Vorkaufsrecht – Immobilien Wiki

Das Vorkaufsrecht ist ein Recht, welches unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist. Das Vorkaufsrecht wird in das Grundbuch eingetragen und besagt, dass bei einem Verkauf einer Immobilie oder eines Grundstückes, dieses demjenigen zuerst angeboten werden muss, dem das Vorkaufsrecht laut Grundbuch zusteht. Dies muss zu genau den gleichen Konditionen geschehen, wie bei allen anderen möglichen Käufern auch. Das Vorkaufsrecht gilt für eine Frist von zwei Monaten. Dabei wird zwischen verschiedenen Arten des Vorkaufsrechtes unterschieden. Es gibt ein gesetzliches Vorkaufsrecht, dieses berechtigt die Gemeinde unter bestimmten Vorraussetzungen den Vorrang beim Kauf eines Grundstückes zu haben. Das öffentliche Vorkaufsrecht kann im Grundbuch eingetragen werden. Zudem gibt es das Vorkaufsrecht im Erbbaurecht und das Vorkaufsrecht im Mietverhältnis, welches es dem Mieter ermöglicht beim Verkauf des Mietobjektes dieses bevorzugt kaufen zu können.

Vorfälligkeitsschutz – Immobilien Wiki

Als Eigentümer einer Immobilie sollte man den Aspekt der finanziellen Absicherung niemals vernachlässigen. So kann es beispielsweise im Rahmen einer Scheidung zu einer finanziellen Mehrbelastung kommen. Sofern es aufgrund einer Scheidung zu einem vorzeitigen Austritt aus einem Darlehensvertrag kommt, müssen weitere Kosten eingeplant werden. Oftmals stellen die Banken ihren Darlehensnehmern im Rahmen eines vorzeitigen Austritts einen nicht unerheblichen Betrag in Rechnung. Dieser Betrag wird in der Finanzwirtschaft als Vorfälligkeitsentschädigung bezeichnet. Wer jedoch nicht so tief in seinen Geldbeutel greifen möchte, kann ein äußerst attraktives Angebot in Anspruch nehmen. Bereits bei Vertragsabschluss kann ein Darlehensnehmer einen speziellen Vorfälligkeitsschutz abschließen. Durch die Zahlung einer einmaligen Gebühr kann der Darlehensnehmer sein Darlehen vor einem unerwarteten Härtefall schützen. Ein Vorfälligkeitsschutz kann somit auch im Rahmen einer Berufsunfähigkeit in Anspruch genommen werden. In der modernen Gesellschaft wird der Vorfälligkeitsschutz als eine spezielle Form der Kreditversicherung angesehen.

Versorgungslücke – Immobilien Wiki

Der Begriff der Versorgungslücke beschreibt die Differenz zwischen dem bisherigen Netto-Lohn während der Berufstätigkeit kurz vor Pensionierung oder Rente im Vergleich zu den dann monatlich eintreffenden Zahlungen aus staatlicher Rente und privater Altersvorsorge. Eine Versorgungslücke entsteht dann, wenn die Menschen nicht privat vorsorgen.

Die staatliche Rente kann aus zwei Gründen den Lebensstandard im Alter nicht garantieren:
1.) Es gibt eine willkürliche, politische Festlegung auf eine Beitragshöhe von Arbeitgebern und Arbeitnehmers von zusammen 20 % der Bemessungsgrundlage bzw. des Monatsbruttoeinkommens.
2.) Viele Menschen gehen der Berufstätigkeit nicht mehr ununterbrochen nach! Aufgrund von Erziehungszeiten, einer längeren Ausbildungsphase oder Teilzeit-Arbeit fehlen Einzahlungen, um eine hohe Rente zu ermöglichen.

Eine Immobilie kann ein Weg sein, diese Versorgungslücke nachhaltig zu reduzieren: Ein abgezahltes Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung bedeuten das mietfreie Wohnen im Alter: Dann müssen Sie lediglich die Nebenkosten bezahlen wodurch der monatliche Haushaltsüberschuss während der Rentenphase wesentlich höher ausfällt.

Da der Kauf einer Immobilie die Mietzahlungen sofort beendet und Sie eigenes Eigentum schaffen, verbessert sich die finanzielle Situation bei den meisten Familien schon lange vor Renteneintritt.

Vermögenswirksame Leistungen – Immobilien Wiki

Vermögenswirksame Leistungen sind Leistungen, die vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer angelegt werden. Diese Vermögenswirksamen Leistungen gibt es auch im Bereich der Immobilien. Hier können Vermögenswirksame Leistungen im Bereich der Bausparverträge geleistet werden. Zudem können auch Lebensversicherungen und Aktienfonds gefördert werden, wichtig ist nur das die Vermögensanlagen auf langfristige Zeit ausgelegt sind. Die Höhe der maximal geförderten Spareinlagen ist dabei staatlich auf 470 Euro pro Jahr beziehungsweise 40 Euro pro Monat begrenzt.

Zusätzlich zu den Vermögenswirksamen Leistungen hat ein Arbeitnehmer auch Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage, im Baufinanzierungsbereich kann das die Wohnungsbauprämie sein. Um diese Zulage bekommen darf das persönliche Einkommen nicht über 20.000 Euro und bei Ehepaaren nicht über 40.000 Euro pro Jahr liegen. Teilweise werden vermögenswirksame Leistungen auch innnerhalb von Tarifverträgen geregelt. In anderen Firmen werden diese Leistungen auch freiwillig geleistet. Das so angesparte Guthaben wird inklusive der staatlichen nach genau sieben Jahren ausgezahlt. Keinen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben Rentner, Selbstständige und freie Mitarbeiter. Beamte, Richter, Auszubildende und Soldaten haben hingegen schon Anspruch auf die Leistungen.

Verkehrswert – Immobilien Wiki

Der Verkehrswert beschreibt den aktuellen Marktwert einer Immobilie. Deshalb gilt der Begriff „Marktwert“ auch als Synonym für den Verkehrswert. Der Verkehrswert lässt sich mit Hilfe verschiedener Wertermittlungsverfahren bestimmt. Dazu gehören beispielsweise das Vergleichswertverfahren, das Sachwertverfahren und das Ertragswertverfahren. Durch diese Verfahren, lässt sich der aktuelle Wert der Immobilie bestimmen. Dies ist gerade beim Immobilienkauf sehr wichtig, denn der Käufer oder der Verkäufer möchten wissen, welchen Preis sie für die Immobilie bezahlen müssen oder welchen Betrag der Verkäufer für seine Immobilie erwarten kann. Der Beleihungswert einer Immobilie darf ihren eigenen Verkehrswert nie übersteigen. Deshalb ist der Verkehrswert ein guter Indikator für den Wert einer Immobilie.

Vergleichswertverfahren – Immobilien Wiki

Das Vergleichswertverfahren ist ein Verfahren zur Bestimmung des Verkehrswertes einer Immobilie. Dieser beschreibt wiederum den aktuellen Marktwert dieser Immobilie. Bei dem Vergleichswertverfahren wird das Grundstück mit einem anderen, vergleichbaren verglichen. Dabei kommt es nicht nur auf die Größe des Grundstückes an, sondern auch auf die Bodenbeschaffenheit, die Lage und die Nutzungseigenschaften. Wurde so ein Grundstück in einem gewissen Zeitrahmen verkauft, dann bestimmt es den Wert des Grundstückes, welches aktuell verkauft werden soll.

In der Praxis gibt es jedoch selten zwei Grundstücke, die sich in ihren Nutzungseigenschaften, ihrer Lage und ihrer Beschaffenheit so sehr ähneln, dass dieses Verfahren exakt so durchgeführt werden kann. Oft wird das indirekte Vergleichswertverfahren verwendet. Dabei wird ein sehr ähnliches Grundstück als Ausgangswert genommen. Bestimmte Merkmale eines Grundstückes führen dazu, dass es entweder mehr oder weniger Wert ist, als das Vergleichsgrundstück. Eine gute Ausrichtung nach den Himmelrichtungen sorgt beispielsweise dafür, dass das Grundstück mehr Wert ist. Eine geringe Tragfähigkeit des Bodens führt hingegen zu einer Verringerung des Verkehrswertes.

Veräußerungsgewinne – Immobilien Wiki

Veräußerungsgewinne sind die Gewinne, die bei der Veräußerung eines Wirtschaftsgutes erzielt werden. Im Bereich der Immobilien ist der Veräußerungsgewinn, die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Verkaufspreis. Kaufs- und Verkaufsnebenkosten, wie Makler- oder Notargebühren sind dabei ebenfalls von dem Gewinn abzuziehen. Grundsätzlich sind Veräußerungsgewinne steuerpflichtig, können aber auch steuerfrei behandelt werden, dafür müssen allerdings verschiedene Kriterien erfüllt sein.

Wenn eine Immobilie zum Beispiel mindestens zehn Jahre im Besitz einer der gleichen Person war, ist der Veräußerungsgewinn in diesem Fall steuerfrei. Wenn die Immobilie im Jahr des Verkaufs und in den zwei Kalenderjahren zuvor ausschließlich zu privaten und wohnwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurde ist der Veräußerungsgewinn ebenfalls steuerfrei. Andernfalls werden die Gewinne bei Privatpersonen mit deren individuellen Steuersatz, der zwischen 15 und 45% liegt zuzüglich des Solidaritätszuschlages versteuert. Wenn Unternehmen Immobilien aus Ihrem eigenen Bestand veräußern, dann sind diese Gewinne für das Unternehmen seit dem Jahr 2008 steuerfrei.

Veränderungssperre – Immobilien Wiki

Die Veränderungssperre ist in §§ 14 bis 18 des Baugesetzbuches geregelt. Demnach dürfen in einem bestimmten Gebiet keinen Veränderungen vorgenommen werden, wenn an dieser Stelle von der staatlichen Seite aus bestimmte Vorhaben umgesetzt werden sollen. Das heißt also es werden für das betreffende Gebiet keine Bauanträge, die von privater Seite eingereicht werden, bewilligt. Die Veränderungssperre ist ein Instrument, welches in der Bauleitplanung angewendet wird. Dadurch soll während des Zeitraums der Erstellung eines Bauplanes, dass betreffende Gebiet vor der Errichtung neuer Bauvorhaben, die den Vorhaben des Bauplannes entgegen stehen würden, geschützt werden.

Eine Veränderungssperre ist allerdings nicht wirksam, wenn der Gemeinde nur Zeit für die Planung eines Konzeptes gegeben werden soll, ein Minimum an bereits erfolgter Planung muss vorhanden sein. Durch die Veränderungssperre sollen auch zulässige Bauveränderungen im Innenbereich verhindert werden. Die Veränderungssperre wird von der, für Sie zuständigen, Behörde verhängt.

Variabler Zins – Immobilien Wiki

Aus gutem Grund werden die meisten Immobilienfinanzierungen in Deutschland nicht etwa mit einem variablen Zins, sondern mit einem Festzins abgeschlossen. Der Grund dafür liegt in den hohen Kreditsummen, bei denen sich eine Steigerung von einem oder zwei Prozentpunkten erheblich auf die Ratenhöhe oder die Abzahlungsdauer auswirken würde. In den meisten Verträgen findet sich eine Festzinsvereinbarung mit einer Zinsbindungsdauer von fünf oder zehn Jahren, so dass der Immobilienkäufer hier eine Planungssicherheit haben kann. Erst nach diesem Zeitraum wird der Kredit entweder bei der gleichen Bank verlängert (prolongiert) – wobei auch eine neue Zinshöhe vereinbart werden kann.

Auswirkungen eines variablen Zinses
Bei einer Immobilienfinanzierung müssen sich Kreditgeber und Kreditnehmer aufgrund der hohen ausgeliehenen Beträge aufeinander verlassen können. Deshalb steht die Planbarkeit für beide Seiten an erster Stelle. Die Kreditwürdigkeitsprüfung ist umfangreicher, als bei einem Konsumentenkredit. Auch die Immobilie wird näher betrachtet und ggf. ein Wertgutachten eingeholt.

Ein variabler Zins könnte in diesem ansonsten sehr verlässlichen Szenario verheerende Auswirkungen haben. Denken Sie an einen Kredit mit einem vereinbarten Zins von N % und einer anfänglichen Tilgung von beispielsweise 3 % der Darlehenssumme. Würde jetzt eine Hochzinsphase beginnen und die Zinsen steigen um 3%: Plötzlich würde der Kreditnehmer nur noch Zinsen bezahlen und keine Tilgung leisten. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland praktisch keinen Hypthokenkredit mit variablem Zins.

Der variable Zins war übrigens auch eine der wesentlichen Ursachen für die Immobilienkrise in den USA: Hypothekenkredite mit variablem Zins wurden zwischen den Banken verkauft und der neue Kreditgeber erhöhte im Rahmen einer variablen Zinsvereinbarung die Zinsen. Und schon konnten die Eigentümer die neuen Raten nicht mehr bezahlen und fanden sich in einigen Fällen in der Schuldenspirale wieder, bloß weil sie keine Festzinsvereinbarung getroffen hatten.

Genau deshalb ist der variable Zins in Deutschland sehr selten bei Immobilienkrediten zu finden.