Notarieller Kaufpreis – Immobilien Wiki

Wechselt eine Immobilie den Eigentümer, so ist dieser Vorgang mittels eines Kaufvertrages durch einen Notar zu beurkunden. Der im notariellen Kaufvertrag festgelegte Preis für die zu erwerbende Immobilie nennt man im Rechtsverkehr den notariellen Kaufpreis. Nach diesem ermittelten Wert errechnen sich die Gebühren für den Notar, die Höhe der Grunderwerbssteuer, die steuerliche Abschreibung und die Beleihungswertermittlung. Dabei sind auch die Vorgänge zu beachten, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt mit einem notariellen Kaufvertrag und der Wertermittlung einer Immobilie in Verbindung bringt.

Vorsicht bei Nebenabreden

Diese Vorgänge nennt man Nebenabreden, die, fließen sie nicht in die Beurkundung und die Ermittlung des notariellen Kaufpreises ein, den gesamten Kaufvertrag unwirksam werden lassen können. Solche Nebenabreden betreffen zum Beispiel die Ausstattung und den Zustand einer Immobilie. So kann die Übernahme einer Einbauküche den notariellen Kaufpreis in die Höhe treiben und damit auch die anfallenden Nebenkosten. Daher gehen die beteiligten Parteien oft dazu über, den Wert für diese Einbauküche in den Kaufpreis einzurechnen, da Inventar nicht grunderwerbssteuerpflichtig ist. Hier wird im Kaufvertrag ein realistischer Barwert für diesen Mehrwert eingesetzt, der zur Folge hat, dass sich die zu entrichtende Grunderwerbssteuer vermindert, da sich diese dann nicht mehr am notariellen Kaufpreis, sondern am eigentlichen Kaufpreis der Immobilie orientiert. Verkäufer und Käufer können natürlich freie Vereinbarungen hinsichtlich des Verkaufs und des Erwerbs der Immobilie treffen, solange der anschließend zu beurkundende Kaufvertrag nicht gegen geltendes Recht verstößt. Die Aufgabe des Notars liegt darin, dieses Rechtsgeschäft entsprechend den Vorschriften der notariellen Beurkundung abzuwickeln und die involvierten Parteien auf eventuelle Gefahren hinzuweisen.

Scheingeschäfte

So können freie, nicht beurkundete Absprachen zwischen den involvierten Parteien anschließend zu Unstimmigkeiten bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führen. Vorsicht ist geboten, wenn der notariell festgelegte Kaufpreis nicht dem tatsächlichen Wert der Immobilie entspricht. Der beurkundete Kaufpreis ist in diesem Fall niedriger angesetzt und entspricht nicht dem tatsächlichen Wert der Immobilie. Dieses illegale Verfahren nennt man „Unterbriefen“. Je niedriger der notarielle Kaufpreis, desto geringer die Nebenkosten! Hier seien insbesondere die Notarkosten, die Grunderwerbssteuer, die Eintragungsgebühren beim Grundbuchamt und eine eventuelle Makler-Courtage genannt. Es handelt sich um eine schädliche Nebenabrede. Nach § 313 BGB ist dieser notarielle Kaufvertrag aufgrund des ihm zugrundeliegenden Scheingeschäfts und wegen Formmangels nach § 125 BGB nichtig. Dieser notarielle Kaufvertrag entspricht nicht dem tatsächlichen Willen der involvierten Parteien. Wird dieser Betrug in Form der Falschbeurkundung und der Steuerhinterziehung aufgedeckt, hat das strafrelevante Konsequenzen zur Folge.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.