Notaranderkonto – Immobilien Wiki

Beim Kauf bzw. Verkauf einer Immobilie wechselt in der Regel nicht nur eine Immobilie, sondern zugleich auch ein relativ großer Geldbetrag den Besitzer. Vielleicht steckt hier gerade in dem Wort „zugleich“ eine besondere Problematik. Denn es erfordert eine gehörige Portion an Mut und Vertrauen, den Kaufpreis direkt an den Verkäufer zu überweisen, immerhin kennen sich Käufer und Verkäufer in der Regel kaum persönlich.

Dem Käufer gehört erst dann die Immobilie, wenn diese auf seinen Namen im Grundbuch eingetragen wurde. In manchen Fällen kommen erst bei diesem Prozess bestehende Grundbucheinträge zu Tage, so genannte Lasten wie ein Geh- Fahr- und Leitungsrecht für einen Nachbarn oder Altschulden (alte Hypotheken), die weder der Verkäufer noch der Makler bisher erwähnt haben. Gerade weil schon so viele Menschen bei Immobilienkäufen so schlechte Erfahrungen gemacht haben, hat es sich sehr bewährt, den Notar als neutrale Vertrauensperson in die Geschäftsabwicklung einzubinden.

Aus praktischen Gründen ist es meistens der den Kauf beurkundende Notar, der für die Geschäftsabwicklung sozusagen als Zwischenpuffer ein auf seinen Namen lautendes, leeres Konto zur Verfügung stellt. Die vereinbarte Kaufsumme kann dann auf diesem Konto, auf das ausschließlich der Notar Zugriff hat, zwischen gelagert werden. Die Kaufsumme setzt sich ohnehin oft aus mehreren Chargen zusammen: ein Teil kommt z. B. von einem Bausparvertrag, ein anderer Teil aus dem Betrieb, und wieder ein anderer Teil vom Sparkonto, bei dem auch noch Quartalsfristen zu berücksichtigen sind. Auch aus diesem Grunde ist so ein Notaranderkonto als Sammelstelle sinnvoll und praktisch.

Der Notar prüft dann im Verlauf alle Facetten, die mit so einem Immobilienkauf verbunden sind. Besonders wichtig ist dabei die Grundbucheintragung und dessen Übereinstimmung mit den Aussagen und Vereinbarungen im Kaufvertrag. Erst dann, wenn alles seine Richtigkeit hat, und das kann mehrere Wochen dauern, ist der Notar berechtigt und verpflichtet, das Guthaben auf dem Notaranderkonto auf ein Konto des Verkäufers zu übertragen. Was mit den inzwischen auf dem Notaranderkonto angefallenen Zinsen geschieht, und wer die (geringfügige) Gebühr für das Notaranderkonto übernimmt, auch das ist eine Verhandlungssache, die z. B. durchaus im Kaufvertrag festgelegt werden sollte, um das Geschäft am Ende nicht wegen eines banalen Streits platzen zu lassen.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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