Katasterkarte – Immobilien Wiki

Katasterkarte – Die Grundlage für Eigentumsnachweise und Grundsteuerveranlagung

Sowohl für die Planungs-, aber auch für die Bauausführungsplanung benötigen Architekten und Ingenieure aussagekräftiges Kartenmaterial. Neben Karten, die Auskunft geben zur Topografie und den Bodeneigenschaften, spielen vor allem Informationen zu den Besitzverhältnissen und genauen Abmessungen der Grundstücke eine wichtige Rolle. An dieser Stelle werden Katasterkarten vom Katasteramt benötigt.

Katasterkarte – Definition und Abgrenzung

Als Katasterkarten werden sogenannte Liegenschaftskarten oder auch Flurkarten bezeichnet. Unter dem Begriff Liegenschaften werden in der Amtssprache die geografischen Flurstücke, aber auch Grundstücke und in der Schweiz sogar Gebäude zusammengefasst. Hier wird bereits sichtbar, dass Flur- und Grundstücke zwei verschiedene Dinge darstellen und nicht zwingend identisch sind.

Geführt werden Katasterkarten und Schätzungskarten als maßstäbliche, grafische Darstellung der Informationen des Liegenschaftskatasters. Per Definition handelt es sich darum um amtliche Nachweise zu Lage und Abgrenzung aller Grundstücke in Deutschland. Während das Grundbuch alle Grundstücke mit den jeweiligen Daten aufführt, bildet die Katasterkarte die amtliche Kartengrundlage. Beides zusammen dient dazu, die Besitzverhältnisse an Grund und Boden nachzuweisen und eine adäquate Grundsteuerveranlagung zu gewährleisten.

Übrigens handelt es sich bei dem Begriff Flurkarte streng genommen um eine veraltete Bezeichnung. Im Rahmen der flächendeckenden Digitalisierung aller behördlichen Kartenmaterialien wurde die Automatische Liegenschaftskarte, kurz ALK, eingeführt. Im Freistaat Bayern wird dieses elektronische Kartenmaterial als Digitale Flurkarte, kurz DFK, bezeichnet. ALK und DFK haben die klassische, analoge Katasterkarte somit abgelöst.

Darstellung und Informationsgehalt der Katasterkarte

Katasterkarten sind maßstäbliche Darstellungen, wobei jedoch unterschiedliche Maßstäbe in Gebrauch sind. Die Auswahl des „passenden“ Maßstabes richtet sich nach den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort und den Abmessungen der Flurstücke. Das bedeutet, dass in städtischen Gebieten die Maßstäbe 1:500 oder 1:1000 genutzt werden, während ländliche Bereiche mit deutlich kleineren Dimensionen verzeichnet sind.

Die Katasterkarten werden vor allem genutzt, um Informationen zu den Grenzen der nummerierten Flurstücke zu erhalten. Doch sie enthalten ebenso die Gemarkungs- und Gemeindegrenzen sowie Darstellungen der vorhandenen Gebäude nebst Nummer und Nutzung. Zudem machen Katasterkarten ersichtlich, welche Art der Bodennutzung vorliegt. Vielfach werden auch Grenz- und Vermessungspunkte dargestellt. Auch Angaben zur Topografie, zur Vegetation und Landmarken wie Böschungen, Zäune und Mauern werden teilweise eingefügt. Vielfach war es auch üblich, die Besitzverhältnisse direkt im Kartenmaterial einzupflegen.

Eine Sonderform der Katasterkarte ist die sogenannte Stadtgrundkarte. Sie beinhaltet zusätzliche Informationen zu Ver- und Entsorgungseinrichtungen, aber auch exakte topografische Darstellungen. Die Führung dieses Kartenmaterials obliegt den Gemeinden und Kommunen, sodass dies nicht in den Zuständigkeitsbereich des Liegenschaftskatasters fällt.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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