Haustürgesetz – Immobilien Wiki

Das Haustürgesetz – Entrümpelung des BGB

Als quasi Beigeschmack des Fernabsatzgesetzes (siehe dazu gesonderter Beitrag) wurde am 01.08.2002 auch das Haustürgesetz reformiert. Der Sinn dieses Reformpaketes war, den Direktverkauf für das Internet-Zeitalter fit zu machen. Der korrekte Name des Gesetzes ist § 312 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und regelt insbesondere das Widerrufsrecht. Dieses Gesetz ist vom Typus her ein klassisches Verbraucherschutzgesetz mit vielen Rechten und nur wenigen Pflichten.

Als bestimmender Ort ist hierbei trotz seines Namens nicht nur das Haustürgeschäft gemeint, sondern es sind auch noch Geschäfte an einer Reihe anderer Orte festgelegt:
– der ganze Bereich einer Privatwohnung
– der Arbeitsplatz,
– bei einer Freizeitveranstaltung (d.h. dies schließt sog. Kaffeefahrten ein oder auch beruflich motivierte Feiern, also z. B. auch Tupperparties oder sogar Schnupper-Meetings zum Zwecke des Networking, wie sie in der Kreativwirtschaft öfter vorkommen).
– Schließlich nach dem Ansprechen in Verkehrsmitteln oder
– „auf öffentlich zugänglichen Verkehrsflächen“ (also alle Arten von Ständen)

Die Rechte betreffen Widerruf und Rückgabe

Das Gesetz besagt, dass dem Endkunden ein Widerrufsrecht zusteht gemäß § 355 BGB zu, d.h. vollständige Rückabwicklung. Sollte eine ständige Verbindung zustande gekommen sein, bzw. Absicht sein, reicht von der Anbieterseite das Anbieten eines Rückgaberechts nach § 356 BGB.
Außerdem ist festgelegt, dass der Anbieter von sich aus (auch schriftlich) über diese Widerrufs- oder Rückgaberechte aufklären muss, und zwar mit Hinweis auf § 357 Abs. 1 und 2.

Es sind jedoch einige Ausnahmen zugelassen:

– Versicherungsverträge
– wenn die mündlichen Verhandlungen am Arbeitsplatz auf eine Bestellung durch den Kunden beruht (also ist z. B. der Pizzalieferdienst ausgeschlossen)
– wenn die Leistung nicht sofort erbracht und bezahlt wird und sie nicht 40 Euro übersteigt (dies betrifft z. B. Schlüsseldienste, sofern sie eben 40 Euro nicht übersteigen)
– außerdem gilt das Gesetz nicht, wenn die Willenserklärung des Verbrauchers notariell beurkundet wurde
– auch ausgeschlossen sind Geschäfte aus dem Finanzbereich oder ähnliches, wenn dem Verbraucher aus den anderen Geschäften heraus Widerrufs- oder Rückgaberechte erwachsen (hierzu siehe beim Fernabsatzgesetz, das z. B. greift, wenn man unangefordert Lieferungen erhält).

Hausratversicherung – Immobilien Wiki

Zu einer der wichtigsten Versicherungen zählt die Absicherung der Vermögenswerte über eine Hausratversicherung. Die Bedeutung eines solchen Vertrages ist dabei unabhängig davon, ob der Versicherungsnehmer im Besitz von Wohneigentum ist oder sich sein Hausrat in einer gemieteten Immobilie beziehungsweise Wohnung befindet. Nur durch diese Versicherung ist sicherzustellen, dass zumindest der materielle Schaden einen adäquaten Ausgleich findet.

Unter dem Begriff Hausrat wird das bewegliche Inventar zusammengefasst. Dies sind Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände und alle Verbrauchsartikel. Das schließt Möbel und Bodenbeläge, die Küchen- und Entertainmentausstattung gleichermaßen ein wie eine Tube Zahnpasta, die angebrochen im Badezimmerschrank steht. Schadensereignisse können in Form von Einbruchsdiebstahl, Raub und Vandalismus nach einem Einbruch, Schäden durch Sturm und Hagel sowie Leitungswasser zum Teil beachtliche Schadenssummen zur Folge haben. Ein Feuer vernichtet in kurzer Zeit Teile oder den gesamten Umfang des Hausrats.

Besonderes Augenmerk bei der Auswahl einer Hausratversicherung sollte der Versicherungsnehmer auf die Höhe der Versicherungssumme legen. Um hier vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, empfiehlt es sich, den Wert aller Gegenstände so genau wie möglich zu ermitteln. Es gilt, den zerstörten Hausstand zum jeweiligen Neuwert wiederbeschaffen zu müssen.

Ein Blick in den Leistungskatalog der Versicherungsgesellschaften komplettiert die Vorsorge für den Schadensfall. Etwa alle zwei Minuten wird innerhalb Deutschlands ein Einbruchsdiebstahl begangen – oftmals verbunden mit Zerstörungen. Versicherungen übernehmen vielfach auch die Folgekosten eines Schadensereignisses. Hierzu gehören zum Beispiel die Aufräum- und Hotelkosten nach einem Wohnungsbrand. Seltener ist die grobe Fahrlässigkeit (wie im Fall eines vergessenen gekippten Fensters oder einer nicht beaufsichtigten Kerze) des Versicherungsnehmers und seiner Angehörigen mitversichert.

Hausgeld – Immobilien Wiki

Mit dem Erwerb einer Eigentumswohnung fallen laufende Kosten für den Bereich an, der von den Eigentümern gemeinschaftlich genutzt wird. Dazu zählen die Kosten für den Verwalter, die Betriebskosten für das Gemeinschaftseigentum, die Gebäudeversicherung und auch die Hausmeisterkosten, wenn dieser sich um den Garten und die Außenanlagen kümmert. Das Hausgeld deckt die laufenden Kosten der Gemeinschaftsnutzfläche ab, während die Instandhaltungsrücklagen die seltener auftretenden Reparaturen abdecken sollen. Nach einem Verteilerschlüssel, der bei einer Eigentümerversammlung festgesetzt wird, werden die Beiträge monatlich im Voraus entrichtet.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Eigentumswohnung zu kaufen, der sollte sich unbedingt die Wirtschaftspläne der vergangenen Jahre vorlegen lassen und sich auch über die Höhe des Hausgeldes eingehend informieren. Aus der Dokumentation kann hervorgehen, ob in naher Zukunft eine oder gar mehrere größere Reparaturen anstehen. Ist zudem das Hausgeld relativ niedrig angesetzt, besteht die Gefahr, dass die Rücklagen für eine umfangreiche Sanierung nicht ausreichen. Somit können die Kosten für die dringend erforderlichen Instandsetzungsarbeiten als Sonderumlagen den eigenen Finanzplan ins Wanken geraten lassen.