Festdarlehen – Immobilien Wiki

Bei einem Festdarlehen handelt es sich um ein langfristig festgeschriebenes Hypothekendarlehen. Anders als bei einem Annuitätendarlehen werden beim Festdarlehen lediglich die Zinsen während der Festschreibungszeit gezahlt. Die Tilgung erfolgt dann am Ende der Zinsfestschreibungszeit in einem Einmalbetrag. Da allerdings nach deutschem Bankenrecht jedes Hypothekendarlehen zwingend auch getilgt werden muss, muss gleichzeitig mit dem Kreditvertragsabschluss für das Festdarlehen, auch noch ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung zur sogenannten „endfälligen Tilgung“ des Darlehens abgeschlossen werden. Hierbei wird dann auch festgelegt in welcher Höhe die Sparleistung auf Bausparvertrag oder Lebensversicherung erfolgen muss. Ähnlich wie beim Annuitätendarlehen wird ein Tilgunssatz ab 1% aufwärts festgelegt. Dieser Betrag ergibt dann den Sparbetrag welcher auf die Lebensversicherung, den Bausparvertrag oder aber auch einen Fondsparplan monatlich einbezahlt werden muss. Selbstverständlich werden die jeweiligen Sparverträge an den Kreditgeber (Zessionar) abgetreten und dürfen nicht anderweitig verwendet werden.

Vorteil: Schuldzinsen sind in voller Höhe absetzbar, allerdings nur wenn es sich um eine gewerbliche Nutzung oder auch private Vermietung der Immobilie handelt. Daher werden Festdarlehen überwiegend auch nur zu diesem Zweck eingesetzt.

Nachteil: Das Darlehen bleibt über die gesamte Zinsfestschreibungzeit ungetilgt. Die Erträge, welche in den jeweiligen Sparanlagen erwirtschaftet werden, reichen zumeist nicht aus um den Zinsnachteil auszugleichen, der durch eine fehlende kontinuierliche Tilgung entsteht. Vor allem gilt dies dann wenn, wie bei einer privaten Immobilienfinanzierung, kein Schuldzinsabzug steuerlich geltend gemacht werden kann.

Achtung: Oft wird das „Fest-darlehen“ mit einem Festzinsdarlehen verwechselt. Das „Fest“ beim Festdarlehen bezieht sich allerdings auf den Kreditbetrag, welcher über eine zuvor mit dem Kreditgeber vereinbarte Zeit „Fest“ bleibt, also nicht laufend getilgt werden darf. Die Zinsen hingegen können beim Festdarlehen variabel oder auch auf eine Laufzeit von in der Regel 5, 10, 15, oder sogar bis zu 30 Jahren fest vereinbart werden. Daher sollten beim Festdarlehen zusätzlich Sondertilgungen vereinbart und angestrebt werden. Ebenso kann es recht riskant werden, wenn zur Tilgung eine kapitalbildende Lebensversicherung herangezogen wird. Zum einen darf die Ablaufleistung den Kreditbetrag nicht übersteigen, sonst wird dies für den Ertrag steuerschädlich. Und zum anderen ist es gerade in jüngerer Zeit geschehen, dass die von den Versicherungsgesellschaften prognostizierten Ablaufleistungen nicht erwirtschaftet werden konnten und so dann die Restschuld bei Ablauf der vereinbarten Darlehenslaufzeit nur teilweise getilgt werden konnte.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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