Erbbauzins – Immobilien Wiki

Der Erbbauzins basiert auf dem Erbbaurecht und dem daraus abgeleiteten Erbaurechtsgesetz. Das Erbbaurecht wird im Volksmund oft auch als Erbpacht bezeichnet. Es räumt einem Erbauberechtigten gegen die regelmäßige Zahlung des Erbbauzinses das Recht ein, auf der Oberfläche eines Grundstückes ein Bauwerk zu errichten und dieses dort zu unterhalten. Das Erbbaurecht ist ein dingliches Recht, welches die Nutzbarkeit des Grundstücke für den Grundstückseigentümer einschränkt. Als Entschädigung für diese Einschränkung steht dem Grundstückseigentümer der Erbbauzins zu.

Dingliche Wirkung

Die dingliche Wirkung des Erbbauzinses greift durch Eintragung als Erbbauzinsreallast im Erbbaugrundbuch. Seit 1994 muss die Höhe des Erbbauzinses für die gesamte Laufzeit im voraus exakt bestimmt sein. Dies schafft für den Erbbauberechtigten ein Maximum an Rechtssicherheit, denn eine Erhöhung des Erbbauzinses kann nur beim Vorhandensein einer sogenannten Anpassungsklausel im Erbpachtvertrag erfolgen. Fehlt diese Anpassungsklausel in Erbpachtverträgen, so kann eine Erhöhung des Erbbauzinses nach allgemeiner Rechtsauffassung nur unter der Voraussetzung geltend gemacht werden, sofern ein Kaufkraftschwund von mehr als 60 % vorliegt. Die Laufzeiten von privaten Erbpachtverträgen betragen im Regelfalle zwischen 75 und 99 Jahren. Erbpachtverträge mit Gewerbetreibenden als Erbbauberechtigten haben üblicherweise kürzere Laufzeiten, die zwischen 40 und 50 Jahren liegen. Der Erbbauberechtigte kann sein Erbbaurecht an Dritte veräußern. Dieses bedarf jedoch stets der Zustimmung des Grundstückseigentümers. In diesem Falle geht die Zahlungsverpflichtung für den Erbbauzins rechtskräftig auf den Erwerber des Erbbaurechtes an dem Grundstück über.

Zinshöhe

Die Höhe des Erbbauzinses ist zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Erbbauberechtigten grundsätzlich frei verhandelbar. Sie richtet sich nach dem jeweiligen Verkehrswert des Grundstückes. Allgemein üblich ist es, 3 bis 5 % des Verkehrswertes des Gründstückes als jährlichen Erbbauzins zu veranschlagen. Alle Spezifika im Zusammenhang mit dem Erbbauzins sind in der Bundesrepublik Deutschland durch das Erbbaurechtsgesetz von 1919 geregelt. Dabei handelt es sich um ein Bundesgesetz. Das Erbbaurechtsgesetz wurde im Jahre 2010 geändert und angepasst. Durch die Novellierung des Erbaugesetzes soll der private Wohnungsbau gefördert und die allgemeine Bodenspekulation bekämpft werden. So ist unter anderem im § 9 des Erbaurechtsgesezes die Zwangsversteigerungssicherheit des Erbbauzinses gesichert. Der Erbbauzins bleibt demnach unberührt, sofern der Grundstückseigentümer die Zwangsversteigerung des Erbaurechtes betreibt. Für Veränderungen und Anpassungen des Erbbauzinses bildet der Verbraucherpreisindex die Bemessungsgrundlage.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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