Eigentumswohnung – Immobilien Wiki

Oft wird die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Eigentumswohnung gestellt. Mit diesem Text wird der Versuch gemacht, auch eine Antwort darauf zu geben. Bei einer Eigentumswohnung reden wir nicht von einer Doppelhaushälfte, sondern meistens geht es um eine Wohnung mitten drin in einem größeren, zusammenhängenden Gebäudekomplex, d. h. hinter jeder Wand gibt es Nachbarn, deren laute Party Sie stört bzw. Ihr eigenes Klavierspiel löst Klopfgeräusche an Boden und Decke aus, genau so, wie in einer Mietwohnung.

Mal abgesehen von den finanziellen Aspekten, auf die noch eingegangen wird, entscheiden sich viele Menschen für eine Eigentumswohnung, weil sie ihre Wohnung sehr gern gemäß ihres individuellen, persönlichen Wohnstils gestalten möchten, und das kann manchmal recht aufwendig sein. Aber größere Umbauten, Installationen und Investitionen lohnen sich nicht in einer Mietwohnung, zumal man diese im Falle des Auszugs wieder in den ursprünglichen Zustand zurück versetzen muss. Der Sinn der Eigentumswohnung lässt sich auch in einer einfachen Aussage zusammen fassen: Nach 20 Jahren „Blechen“ gehört mir in der Mietwohnung nicht einmal die Türklinke.

Finanzielle Aspekte

Ber Kauf einer Eigentumswohnung läuft ganz ähnlich ab wie der Kauf eines Einfamilienhauses (EFH). Da gibt es meistens einen Makler, einen Notar, einen Kaufvertrag, eine finanzierende Bank und den obligatorischen Grundbucheintrag. Ein wesentlicher Unterschied zum EFH besteht darin, dass es nun eine Hausgemeinschaft gibt, die in der Regel durch eine beauftragte Hausverwaltung vertreten wird. Damit sind nicht nur zusäzliche Kosten verbunden, sondern auch ein gewisser Zeitaufwand, denn mindestens einmal jährlich wird eine Eigentümerversammlung einberufen, auf der die Belange, die die gesamte Anlage betreffen, diskutiert und entschieden werden, so z. B. eine Reparatur des Daches oder eine moderne Sicherungsanlage für die Tiefgarage.

Solche Maßnahmen kosten viel Geld. Um sie realisieren zu können, müssen Rücklagen für die gesamte Anlage durch alle Eigentümer gebildet werden. Auf diesen Posten sollten Sie beim Kauf einer Eigentumswohnung unbedingt auch achten. Der Makler kann und muss Ihnen darüber Auskunft geben, ggf. fragen Sie bei der Hausverwaltung nach. Ist das Gesamtgebäude bereits mit einem vollen Rücklagentopf ausgestattet, dann ist das gut so, wenn nicht, dann kann es Ihnen passieren, dass Sie als neuer Eigentümer recht bald extra zur Kasse gebeten werden, weil beispielsweise eine Wärmedämmung beschlossen wurde und in Auftrag gegeben werden muss.

Hausgeld

Was der Wohnungseigentümer monatlich anstatt einer Miete zu „berappen“ hat, setzt sich zusammen aus der mit der finanzierenden Bank vereinbarten Zins und Tilgung sowie dem Hausgeld. Hierin enthalten können sein:

  • Heizkosten
  • Rücklage für die Gesamtanlage
  • Hausmeistergehalt
  • Grünflächenpflege
  • Müllabfuhr
  • Wasser und Abwasser
  • Schneeräumung

In der Summe kann das Hausgeld mehr als 400 Euro ausmachen. Es orientiert sich selbstverständlich an der Wohnfläche, also am Anteil Ihrer Eigentumswohnung an der Gesamtanlage. Kurioserweise kann es vorkommen, dass die (monatlichen) Gesamtkosten für die Eigentumswohnung nicht einmal signifikant höher ausfallen als eine Miete für eine vergleichbare Wohnung. Aber nach 20 Jahren gehören Ihnen nicht nur alle Türklinken.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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