Bauherren Haftpflichtversicherung – Immobilien Wiki

Diese Versicherung schützt vor Schadensersatzansprüchen von dritten Personen, wenn diese in der Bauphase auf der Baustelle körperliche oder materielle Schäden erleiden. Bei der Privathaftpflicht sind Bauvorhaben auf dem eigenen Grundstück in der Regel (nicht immer!) bis zu einer Schadenshöhe von 50.000 Euro mitversichert. Der Abschluss einer Bauherren-Haftpflichtversicherung ist wegen der unüberschaubaren Risiken zu empfehlen, da ein Personenschaden leicht 50.000 Euro übersteigen kann. Wer unterversichert ist, trägt die darüber hinaus gehenden Kosten selber.

Beiträge und Laufzeit der Bauherren-Haftpflichtversicherung

Die Bauherren-Haftpflichtversicherung deckt zu relativ geringem Beitrag Schäden in Millionenhöhe ab. Der Beitrag wird individuell berechnet und ist abhängig von Größe des Projekts, Bauart und anderen Kriterien. Die Laufzeit beginnt sofort nach der Einzahlung des Beitrags und endet entweder mit dem Abschluss aller Bauarbeiten oder nach Ablauf von zwei Jahren automatisch (kann problemlos verlängert werden).

Gesetzliche Pflichten des Bauherrn

Auswahlpflicht: Der Bauherr haftet dafür, dass die von ihm beauftragten Unternehmen zuverlässig arbeiten. Schon bei der Auswahl dieser hat er die Pflicht, sorgfältig darauf zu schauen, dass er nur wirklich kompetente Handwerker beschäftigt. Auch wenn er Architekten und Handwerks-Unternehmen beauftragt hat, trägt er trotzdem die volle Verantwortung, weil die Baustelle als „Gefahrenstelle“ gilt, die durch den Bauherrn entstanden ist. Sofern jemanden etwas passiert und es ist dem Bauherrn nachzuweisen, dass er eine Sorgfaltspflicht (auch unwissentlich) verletzt hat, haftet er und hat die finanziellen Folgen zu tragen, sofern er nicht versichert ist. Die Versicherung zahlt auch dann, wenn er keine Schuld trägt und trotzdem auf Schadensersatz verklagt wird. In diesem Fall übernimmt sie die Abwehr ungerechtfertigter Schadensersatzforderungen und trägt sämtliche daraus entstehende Prozesskosten.

Verkehrssicherungspflicht: Der Bauherr ist verpflichtet, persönlich für die Verkehrssicherheit seines Grundstückes zu sorgen, und zwar auf der gesamten Baustelle inklusive Materiallager und Zufahrt. Wenn jemand auf verschmutztem Gehweg ausrutscht oder Baumaterialien vom beauftragten Unternehmen nicht ordnungsgemäß abgesichert sind und die Folge ein Unfall wäre, haftet der Bauherr.

Überwachungspflicht: Der Bauherr trägt immer die Verantwortung für eine schlecht gesicherte Baustelle, wenn dadurch jemand zu Schaden kommt (z. B. wenn ein Kind unbefugt auf die Baustelle läuft und verunglückt oder von herunterfallenden Bauteilen verletzt wird). Theoretisch muss er die Baustelle Tag und Nacht überwachen.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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