Sachwertverfahren

Wofür wird ein Sachwertverfahren benötigt?

Das Sachwertverfahren bestimmt die Verkehrswertermittlung einer Immobilie. Der Wert der Immobilie ergibt sich aus der jeweiligen Bausubstanz heraus. Das Sachwertverfahren kommt dann zur Anwendung, wenn das sogenannte Vergleichswertverfahren mangels Daten nicht verwendet werden kann. Es gibt keine brauchbaren Vergleichswerte. Ebenso ist dies der Fall, wenn das Ertragswertverfahren keine Anwendung findet, weil sich keine ortsüblichen Mieten ermitteln lassen. Manchmal wird das Sachwertverfahren zusätzlich zu dem Ertragswertverfahren und Vergleichswertverfahren eingesetzt, um die jeweiligen Ergebnisse zu validieren.

Benötigte Kriterien für ein gutes Sachwertverfahren sind:

– der Bodenwert,
– die Regelherstellungskosten,
– der Gebäudesachwert,
– die Alterswertminderung,
– der vorläufige Sachwert,
– der Marktanpassungsfaktor,
– das Fazit Sachwertverfahren.

Wie wird ein Sachwertverfahren ermittelt?

Bei der Immobilienbewertung geht es darum, von Objekten, die nicht vermietet sind und es keine geeigneten Vergleichswerte gibt, das Sachwertverfahren anzuwenden. Hier ein praxisnahes Beispiel:
Ein Einfamilienhaus, für das es keinen Vergleichswert gibt, weist eine Brutto-Grundfläche von 250 qm auf. Die Grundstücksfläche beträgt 700 qm und das Baujahr ist 1999. Der Bodenrichtwert liegt bei 240 €/qm. Die Ausstattung ist als mittelmäßig zu beschreiben. Die Regelherstellungskosten pro Flächeneinheit sind der Ausgangspunkt der Berechnungen. Diese werden mit der Brutto-Grundfläche multipliziert. Das Haus hat einen Keller und ausgebauten Dachboden. Die Regelherstellungskosten betragen für das Beispielobjekt ca. 25 000 Euro. Da die Immobilie nicht neu ist, werden die Alterswertminderungskosten abgezogen. Hierfür gibt es eine allgemeingültige Formel: Das Gebäudealter wird mit 100 multipliziert und durch die Gesamtnutzungsdauer geteilt. Der entstandene Wert ist die Wertminderung in Prozenten. Sagen wir die Gesamtnutzungsdauer dieses Hauses beträgt 80 Jahre und es ist jetzt 10 Jahre alt. Der ermitteltet Wert des Grund und Bodens wird addiert und der sogenannte vorläufige Sachwert steht zur Verfügung. In diesem Fall ungefähr 350 000 Euro.

Geschossfläche – Immobilien Wiki

Geschossfläche (GF)

Grundlage für die Berechnung der Geschossfläche ist § 20 der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke (kurz: Baunutzungsverordnung). Diese definiert die Geschossfläche als Summe der Flächen, die auf Höhe jedes Vollgeschosses nach den Außenmaßen der Gebäude ermittelt werden.

Beispiel 1 – Ein kleiner Flachdach-Bungalow mit folgenden Merkmalen:
Außenmaßen: 7m auf 10m
Geschossanzahl: 1
Ergebnis: Es ergibt sich eine Geschossfläche von 70m².

Nebenanlagen
Sogenannte Nebenanlagen und sonstige bauliche Anlagen fließen nicht in die Berechnung der Geschossfläche ein. Nebenanlagen sind z.B. Loggias, Balkone und Terrassen. Sonstige bauliche Anlagen sind Garagen und Stellplätze. Die Bauordnung der Länder regelt die Einzelheiten. Diese erfragt man sich im zuständigen Bauamt oder bei der Bauaufsicht.

Beispiel 2 – Der Bungalow aus Beispiel 1 soll eine Terrasse erhalten. Diese soll die Maße 2m auf 3m haben. Außerdem möchte der Hausbesitzer eine Garage für sein Auto.
Ergebnis: Es ergibt sich eine Geschossfläche von 70m², da Nebenanlagen( z.B. Terrassen) und bauliche Anlagen(z.B. Garagen) nicht in die Berechnung der Geschossfläche einbezogen werden. Ausnahmen sind in BauNVO § 20 Abschnitt (4) bzw. im Landesrecht geregelt.

Berechnung der GF bei zweigeschossiger Bauweise

Beispiel 3 – Der Hausherr möchte ein zusätzliches Geschoss auf den Bungalow setzen. Zudem möchte er statt des Flachdaches ein flaches Satteldach auf sein Haus.
Außenmaßen Erdgeschoss: 7m auf 10m
Außenmaßen erstes Geschoss: 7m auf 10m
Ergebnis: Es ergibt sich eine Geschossfläche von 140m². Ein flaches Satteldach wird im Allgemeinen nicht als Vollgeschoss gewertet und somit auch nicht in die Berechnung der Geschossfläche einbezogen. Ausnahmen bilden Aufenthaltsräume, die im Dachgeschoss liegen. Einzelheiten hierzu regeln die Bauverordnungen der Länder.

Die Geschossflächenzahl (GFZ)
Sie wird aus der Geschossfläche und der Grundstücksfläche berechnet. Sie ist ein Steuerungselement der Gemeinden, um die Bebauungsdichte steuern zu können.

Beispiel 4:
Der Bungalow aus Beispiel 1 steht auf einem 670m² Grundstück.
Ergebnis: Die GFZ beträgt 0,104 (70m²: 670m²=0,104)

Brutto-Grundfläche (BGF)
Die BGF setzt sich zusammen aus der Netto-Grundfläche (NGF) und der Konstruktions-Grundfläche (KGF). Die Grundfläche eines Gebäudes ist diejenige Fläche, mit der ein Gebäude den Boden berührt. Sie wird auch bebaute Fläche genannt.

Zum nachlesen:
Die Baunutzungsverordnung kann kostenlos auf den Seiten des „Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz“ heruntergeladen werden. Link: BauNVO

Makler Alleinauftrag – Immobilien Wiki

Der Makler-Alleinvertrag wird auch Exklusivvertrag genannt.
Er ist eine besondere Art des Maklervertrages: Im Gegensatz zum einfachen Maklervertrag verpflichtet sich der Makler tätig zu werden und genießt als Gegenleistung Konkurrenzschutz – der Auftraggeber darf keine weiteren Makler beauftragen.
Beim Makler-Alleinauftrag unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten:

Einfacher Alleinauftrag

Es darf nur ein Makler für den Auftrag engagiert werden, allerdings steht es dem Auftraggeber frei, sich selber nach Abnehmern für seine Immobilie umzuschauen. Gelingt es dem Auftraggeber selber, sein Objekt erfolgreich zu vermarkten, muss er keine Provision an den Makler zahlen. Dieser bekommt in diesem Fall noch nicht einmal seine bisherigen Ausgaben, zum Beispiel für Porto oder Exposé, erstattet.
Der einfache Makler-Alleinauftrag kann als Formularvertrag aufgesetzt sein und bedarf keiner weiteren Vereinbarungen zwischen den Vertragsparteien. Er kann durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Maklers automatisch vereinbart werden.

Qualifizierter Makler-Alleinauftrag

Diese Vertragsart schützt den Immobilienmakler davor, seinen Provisionsanspruch zu verlieren.
Der Auftraggeber verpflichtet sich nur einen Makler zu beauftragen und eventuelle Interessenten, die direkt an ihn herantreten, an den Makler zu verweisen. Solch eine Vereinbarung wird Verweisungsklausel genannt.
Ein qualifizierter Makler-Alleinauftrag ist nur als Individualvereinbarung möglich. Damit ist gemeint, dass der Vertrag zu dieser Art Auftrag bei jedem Fall neu erstellt werden muss. Vorformulierte Verträge sind nur dann zulässig, wenn die Passage mit der Verweisungsklausel zusätzlich, am besten handschriftlich, vereinbart wurde.
Eine Verankerung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist nicht gestattet und gilt als ungültig. In diesem Fall bräuchte der Auftraggeber keine Provision bezahlen.

Grundsätzlich sollte immer ein Makler-Alleinauftrag dem einfachen Maklervertrag vorgezogen werden. Sind zum Beispiel mehrere Makler mit einem Auftrag betraut, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass einer der anderen Makler das Geschäft abschließt und die anderen Vermittler ihre Ausgaben nicht erstattet bekommen. Das könnte sie im Vorfeld dazu veranlassen, die Ausgaben und Bemühungen möglichst gering zu halten, da es bei einem einfachen Maklervertrag keine Handlungspflicht für den Makler gibt. Der Auftraggeber müsste auf diese Weise evtl. länger auf den erfolgreichen Abschluss seines Auftrages warten, da sich die Makler zunächst um die lukrativeren Alleinaufträge kümmern würden.

Laufzeiteffekt – Immobilien Wiki

Als Laufzeiteffekt wird eine Nebenwirkung der Niedrigzinsphase bezeichnet, die eine Verlängerung der Tilgungszeit eines Kredits zu Folge hat.

Ursachen

Ursächlich für den Laufzeiteffekt eines Niedrigzinses ist die stetig durch die Tilgung abnehmende Restschuld, die wiederum einen immer kleiner werdenden Zinsanteil in der Kreditrate bewirkt. Durch die angesparten Zinsen steigt der Tilgungsanteil jeder Rate um diese Zinsen.

Auswirkung

Bei der üblichen 1-Prozent-Tilgungsrate verlängert sich die Laufzeit des Kredits unverhältnismäßig, die am Ende gezahlten Zinsanteile können das Zwei- oder sogar Dreifache des Darlehensbetrages erreichen.

Was ist zu beachten

Um den Gefahren des Laufzeiteffekts zu entgehen, ist der Darlehensnehmer gut beraten, bei den niedrigen Zinsen, eine möglichst hohe Tilgungsrate mit dem das Darlehen gewährenden Kreditinstitut zu vereinbaren. Zu empfehlen ist eine Tilgungsrate von 2 oder mehr Prozent.
Eine zweite Möglichkeit der Tilgungsgefahr zu entkommen, ist es bei dem Abschluss des Kreditvertrages auf eine Klausel über Sondertilgungsmöglichkeiten zu achten. Das Sondertilgungsrecht wird nicht von allen Kreditinstituten angeboten, da mit der Sondertilgung der Darlehensnehmer die verbleibende Restschuld schneller abträgt und somit dem Kreditinstitut die Einnahmen aus den auf die Restschuld anfallenden Zinsen entgehen. Die Option der Sondertilgung ist flexibler als die Vereinbarung einer höheren monatlichen Tilgungsrate, da der Darlehensnehmer die Tilgung besser an seine nicht immer gleiche finanzielle Situation anpassen kann. So kann das Sondertilgungsrecht bei vorhandenen finanziellen Ressourcen ein oder zweimal im Jahr mehr zu tilgen als mit der regulären Tilgungsrate, genutzt werden. Eine im Voraus für Jahre geplante Verpflichtung entsteht dabei nicht. Optimal ist eine oder zwei ermöglichte Sondertilgungstermine im Jahr in Höhe von üblicherweise maximal fünf Prozent der Gesamtdarlehenssumme.

Gebrauchtimmobilie – Immobilien Wiki

Eine Gebrauchtimmobilie, also ein fertiggestelltes und genutztes Haus oder Eigentumswohnung, ist ein wichtiger Bestandteil des Immobilienmarktes. Wer sich mit dem Thema Hauskauf oder Hausbau beschäftigt, wird sich auch mit dem Thema Gebrauchtimmobilien beschäftigen.
Im Gegensatz zu einem Hausbau sind vor allem der günstigere Kaufpreis und die damit günstigere Finanzierung die Hauptargumente für eine Gebrauchtimmobilie. Oft ist natürlich auch die Lage wichtig, da Gebrauchtimmobilien oft in zentralen und gewachsenen Umgebungen angeboten werden, in denen ein Neubau nur schwierig zu realisieren ist.
Der Kauf einer Gebrauchtimmobilie ist immer einem Schadensrisiko behaftet und eine Gewährleistung nach Werkvertragsrecht wie beim Kauf einer Neuimmobilie besteht nicht. Deshalb ist beim Erwerb einer Gebrauchtimmobilie einiges zu beachten.

Die Besichtigung der Gebrauchtimmobilie

An erster Stelle steht eine kritische Begutachtung des Objektes. Eine persönliche Besichtigung und genaue Prüfung des baulichen Zustandes kann durch nichts ersetzt werden. Gerade bei älteren Objekten empfiehlt sich zudem die Hinzuziehung eines Fachmanns, um eventuelle Sanierungs- und Umbaukosten schon vor dem Kauf abschätzen zu können. Sowohl die Bausubsubstanz als auch die räumliche Aufteilung müssen daraufhin analysiert werden, ob sie den Ansprüchen des Käufers entsprechen.

Prüfung der Bauunterlagen

Weiterhin müssen vor dem Kauf auch die zur Immobilie gehörenden Unterlagen gründlich geprüft werden. Bei der Vielfalt der baurechtlichen Bestimmungen und Genehmigungen muss der Käufer sich vor Vertragsabschluss ein vollständiges Bild hierüber machen. Fehlende oder unvollständige Urkunden können zu hohen Folgekosten führen. Zu den wichtigsten Unterlagen gehören der Bauantrag und die Baugenehmigung. Weiterhin muss der Verkäufer einen Energieausweis vorzulegen. Dieser Ausweis gibt Auskunft über den Energieverbrauch und dient als Grundlage für energiesparende Sanierungsmaßnahmen.
Zur Überprüfung von Grundstücksgröße und eventuell vorhandenen Belastungen ist ein Grundbuchauszug notwendig. Über die steuerlichen Belastungen gibt der Einheitswert und Grundsteuerbescheid vom Finanzamt Auskunft.

Finanzierung und Kauf einer Gebrauchtimmobilie

Bei einer Finanzierung des Kaufpreises sollte man sich unbedingt frühzeitig mit der eigenen Hausbank in Verbindung setzen. Für die Kalkulation des erforderlichen Finanzbedarfs müssen die Kosten für Sanierungs- und Umbaukosten berücksichtigt werden. Eventuell vorhandene Fördergelder können den Investitionsbedarf verringern. Schon für die Ausarbeitung des Kaufvertrages einer Gebrauchtimmobilie sollte ein Notar wegen der komplizierteren rechtlichen Materie herangezogen werden. Dieser kann den Kaufvertrag später auch beurkunden.

Anschaffungskosten – Immobilien Wiki

Wichtig ist die Erfassung aller Anschaffungskosten

Beim Kauf einer Immobilie ist es besonders bedeutsam, vor dem Erwerb alle Anschaffungskosten zu erfassen. Diese Kosten sind natürlich höher als nur der bekannte Kaufpreis. Alle Ausgaben, die in Zusammenhang mit dem Kauf eines Hauses oder einer Wohnung gehören, zählen zu den Anschaffungskosten.

Es ist offensichtlich, wenn der tatsächliche Kapitalbedarf festgestellt wurde, entfällt die unbequeme Situation, eine Nachfinanzierung einzureichen. Die Situation ist unerwünscht, denn die Bank ist über die Lage informiert und besitzt Kenntnis, dass ein neuer Kredit benötigt wird. Bei einer Nachfinanzierung ist es sehr unwahrscheinlich, dass erneut gute Bedingungen angeboten werden.

Was gehört zu den Anschaffungskosten?

Der entscheidende Kaufpreis zählt hauptsächlich zu den Anschaffungskosten. Selbstverständlich zählen auch Hypothekenverbindlichkeiten des Verkäufers dazu. Diese werden übernommen und mit dem Kaufpreis verrechnet.

Alle Nebenkosten, die in Verbindung mit dem Kauf der Immobilie stehen, gehören ebenfalls zu den Anschaffungskosten.

Zu den Anschaffungskosten zählen folgende Ausgaben

  • Maklerprovision
  • Notargebühren
  • Kosten eines Sachverständigen bezüglich eines Wertgutachtens
  • Gebühren beim Grundbuchamt
  • Steuern für den Grunderwerb
  • Auflassungsabgaben
  • Gerichtskosten beim Kauf eines Mietgegenstandes im Rahmen der Zwangsversteigerung

Nominalzins – Immobilien Wiki

Immobilien werden in der heutigen Zeit meist durch Kredite finanziert. Es ist besonders attraktiv, wenn niedrige Zinsen zu zahlen sind. Der Nomimalzins ist der Zinssatz, der angibt, wie hoch die Zinsen für den reinen Darlehensbetrag sind. Dieser Zinssatz wird auf ein Jahr berechnet und angegeben.
Im Nominalzinssatz sind die Gebühren und weiteren Kosten für das Darlehen nicht enthalten, daher ist er für einen Kostenvergleich von Krediten verschiedener Wettbewerber nicht geeignet.
Die Kosten eines Kredites sind in dem Effektivzinssatz enthalten und auch dieser Zinssatz wird über den Zeitraum eines Jahres angegeben. Durch den Vergleich des effektiven Jahreszinses der Darlehen verschiedener Geldinstitute oder weiterer Kreditgeber lässt sich das preisgünstigste Angebot ermitteln.
Bei einem Darlehen ist neben den Zinsen auch die Tilgung zu berücksichtigen. Je höher die Tilgung bei einem Immobilienkredit ist, desto schneller der Kredit zurückgezahlt. Durch eine möglichst kurzfristige Rückzahlung werden auch die Gesamtkosten der Finanzierung niedrig gehalten, da die Zinsen für jedes Jahr der Laufzeit des Darlehens anfallen.

Nachrangfinanzierung – Immobilien Wiki

Leiht sich ein Kreditnehmer ein Darlehen bei einer Bank, muss er für das ihm zur Verfügung gestellte Geld Sicherheiten hinterlegen. Diese Sicherheit kann über eine Nachrangfinanzierung gestellt werden. Ein Grundpfandrecht wird auf den Namen des Kreditgebers im Grundbuch eingetragen. Bevor ein Geldgeber einen Kredit auf diese Weise finanziert, sollte er Einsicht in das Grundbuch beim zuständigen Grundbuchamt nehmen, um festzustellen, ob bereits weitere Grundpfandrechte vorrangig getragen sind.

Vorrangige Eintragung

Diese Art der Darlehensfinanzierung stellt ein hohes Kreditausfallrisiko für den Gläubiger dar. Je mehr derartige Grundpfandrechte in einem Grundbuch eingetragen sind, desto vorsichtiger muss der Kreditgeber sein, denn die höchste Kreditsicherheit erhält der Gläubiger, dessen Name im Grundbuch vorrangig eingetragen ist. Alle nachfolgenden Gläubiger werden als nachrangig bezeichnet, sie müssen hinter den vorrangigen Gläubigern zurückstehen. Sie können damit in die unschöne Situation eines teilweisen oder kompletten Kreditausfalls geraten. Idealerweise bringt der Kreditnehmer einen Eigenkapitalanteil in Höhe von 60 Prozent mit, die verbleibenden 40 Prozent werden über die Nachrangfinanzierung realisiert. In diesem Fall muss der Kreditnehmer einen Aufschlag in Höhe von gut 0,5 Prozent aufgrund des höheren Kreditausfallrisikos in seine Kreditkosten einrechnen. Der Kreditnehmer sollte im Falle von zwei oder mehr Darlehen zunächst das mit dem ungünstigeren Zinssatz abbezahlen und darauf achten, dass für das erstrangige Darlehen eine längere Laufzeit vereinbart wird.

Beleihungswert

Die Bank setzt den Beleihungswert der Immobilie in der Regel 10 bis 25 Prozent unter dem Kaufpreis der Immobilie an. Es besteht die Möglichkeit, Darlehen verschiedener Banken zu kombinieren. Allerdings wird sich aufgrund des hohen Kreditausfallrisikos nicht so leicht eine Bank finden, die auf ein derartiges Finanzierungsmodell eingeht. In der Regel besteht der Kreditgeber auf die vorrangige Absicherung seines gewährten Kredits im Grundbuch. Der zukünftige Immobilienbesitzer muss die Nebenkosten für den Immobilienerwerb, das heißt, die Grunderwerbssteuer, die Notarkosten und die Eintragungsgebühren beim Grundbuchamt, mit in die Höhe der Darlehenssumme einrechnen.

Bauspardarlehen

Die Aufstellung, die der Kreditnehmer von seinem Gläubiger über die Berechnung des aufzunehmenden Darlehns erhält, sollte den Auszahlungsbetrag, die monatliche Belastung, die Zinsbindung und alle weiteren wichtigen Nebenkosten enthalten. In diesem Zusammenhang sollten Häuslebauer darüber informiert sein, dass Bauspardarlehen das klassische Modell für eine Nachrangfinanzierung sind, da die Bausparkassen in der Regel keine Zinsaufschläge berechnen. Bausparkassen zeigen sich im Falle einer schon längeren Geschäftsbeziehung zu einem zuverlässigen Kreditnehmer entgegenkommender und begnügen sich zur Absicherung ihres Kreditausfallrisikos mit einer nachrangigen Eintragung im Grundbuch. Vorrangig eingetragene Grundschulden und das gewährte Darlehen belaufen sich dann in der Regel jedoch auf nicht mehr als 80 Prozent des Immobilienwertes.

Kapitalanlage – Immobilien Wiki

Selbstnutzung oder Vermietung:

Beim Kauf von Immobilien, die als Kapitalanlage geplant sind, muss im Verkaufsfalle zwischen einer Eigennutzung oder einer Vermietung unterschieden werden. Bei der Eigennutzung kann das Haus oder die Eigentumswohnung, vor dem Ablauf von zehn Jahren, wieder veräußert werden, ohne die sogenannte Spekulationssteuer an das Finanzamt zu entrichten.
Wird das Objekt vor der Frist der zehn Jahre verkauft, muss der Gewinn versteuert werden. Diese Variante rechntet sich nur, wenn die Immobilie sehr günstig erworben und mit einer entsprechende Gewinnspanne wieder verkauft wird.
Bei einer Kapitalanlage in einen Hausbau wird ohnehin eine Veräußerung längerfristig geplant sein, da in den meisten Fällen von einer Eigenutzung auszugehen ist.

Steuerliche Abschreibung:

Durch die steuerlichen und langfristigen Abschreibungsmöglichkeiten gehört die Geldanlage in Immobilien zu den wirtschaftlichsten Investitionen. Auch der Hauskauf eines größeren Objektes, wie ein Mehrfamilienhaus, kann eine attraktive Einkommensquelle sein, weil Mieteinnahmen und Steuerersparnis eine solide Rendite ergeben. Allerdings sind die Instandhaltungskosten, Mietausfälle und eventuellen Leerstände zu berücksichtigen. Das Mehrfamilienhaus sollte daher bereits beim Kauf
in einem gut vermietbaren Zustand sein oder man erwirbt ein älteres Objekt zu einem
sehr günstigen Preis und kalkuliert die Renovierung sofort mit ein.

Lage der Immobilie:

Besonders wichtig ist der Standort einer Immobilie. Beim Verkauf oder einer Vermietung ist der Preis sehr stark von der Lage abhängig. Wie ist das soziale Umfeld? Stimmt die Infrastruktur? Alles Fragen, die wesentlich auf die Rendite
Einfluss haben und vor dem Erwerb gut überlegt sein müssen. Hier ist es sinnvoll, sich den Rat von Fachleuten der Immobilienwirtschaft einzuholen, die den Markt kennen und dementsprechend die Preise richtig einschätzen können.

Geldanlagen im Vergleich:

Vergleicht man eine Investition in Immobilien mit anderen Geldanlagen, wie z.B. Aktien, Gold, Beteiligungen oder Zinsangeboten der Banken wird der Hausbau, Hauskauf und die Eigentumswohnung langfristig immer rentabler sein. Die Sicherheit und die verschiedenen Möglichkeiten der Nutzung, mit den steuerlichen Aspekten, spricht für die Kapitalanlage in Grundbesitz. Schnelles Geld ist hier in der Regel nicht zu machen, dafür aber ist das Risiko überschaubar und aufgrund der konstanten Nachfrage nach Eigentum und Vermietung bleibt die Wertbeständigkeit erhalten.

Haustürgesetz – Immobilien Wiki

Das Haustürgesetz – Entrümpelung des BGB

Als quasi Beigeschmack des Fernabsatzgesetzes (siehe dazu gesonderter Beitrag) wurde am 01.08.2002 auch das Haustürgesetz reformiert. Der Sinn dieses Reformpaketes war, den Direktverkauf für das Internet-Zeitalter fit zu machen. Der korrekte Name des Gesetzes ist § 312 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und regelt insbesondere das Widerrufsrecht. Dieses Gesetz ist vom Typus her ein klassisches Verbraucherschutzgesetz mit vielen Rechten und nur wenigen Pflichten.

Als bestimmender Ort ist hierbei trotz seines Namens nicht nur das Haustürgeschäft gemeint, sondern es sind auch noch Geschäfte an einer Reihe anderer Orte festgelegt:
– der ganze Bereich einer Privatwohnung
– der Arbeitsplatz,
– bei einer Freizeitveranstaltung (d.h. dies schließt sog. Kaffeefahrten ein oder auch beruflich motivierte Feiern, also z. B. auch Tupperparties oder sogar Schnupper-Meetings zum Zwecke des Networking, wie sie in der Kreativwirtschaft öfter vorkommen).
– Schließlich nach dem Ansprechen in Verkehrsmitteln oder
– „auf öffentlich zugänglichen Verkehrsflächen“ (also alle Arten von Ständen)

Die Rechte betreffen Widerruf und Rückgabe

Das Gesetz besagt, dass dem Endkunden ein Widerrufsrecht zusteht gemäß § 355 BGB zu, d.h. vollständige Rückabwicklung. Sollte eine ständige Verbindung zustande gekommen sein, bzw. Absicht sein, reicht von der Anbieterseite das Anbieten eines Rückgaberechts nach § 356 BGB.
Außerdem ist festgelegt, dass der Anbieter von sich aus (auch schriftlich) über diese Widerrufs- oder Rückgaberechte aufklären muss, und zwar mit Hinweis auf § 357 Abs. 1 und 2.

Es sind jedoch einige Ausnahmen zugelassen:

– Versicherungsverträge
– wenn die mündlichen Verhandlungen am Arbeitsplatz auf eine Bestellung durch den Kunden beruht (also ist z. B. der Pizzalieferdienst ausgeschlossen)
– wenn die Leistung nicht sofort erbracht und bezahlt wird und sie nicht 40 Euro übersteigt (dies betrifft z. B. Schlüsseldienste, sofern sie eben 40 Euro nicht übersteigen)
– außerdem gilt das Gesetz nicht, wenn die Willenserklärung des Verbrauchers notariell beurkundet wurde
– auch ausgeschlossen sind Geschäfte aus dem Finanzbereich oder ähnliches, wenn dem Verbraucher aus den anderen Geschäften heraus Widerrufs- oder Rückgaberechte erwachsen (hierzu siehe beim Fernabsatzgesetz, das z. B. greift, wenn man unangefordert Lieferungen erhält).