Ausbauhaus

Bei einem Ausbauhaus handelt es sich um ein Fertighaus, das dem Bauherren nicht schlüsselfertig übergeben wird. Vielmehr wird nur die Außenhülle des Hauses errichtet.

Der Innenausbau erfolgt durch den Bauherren selbst. Der Begriff „Ausbauhaus“ ist rechtlich jedoch nicht geschützt oder definiert. Häufig kann der Bauherr daher die Ausbaustufe selbst bestimmen. Einige Fertighäuser werden nur mit einer vollständigen Außenhülle übergeben, bei anderen wurden zumindest alle Elektroinstallationen schon durchgeführt.

Vorteile eines Ausbauhauses

Ein Ausbauhaus bietet im Vergleich zu komplett fertig übergebenen Häusern eine höhere Individualität. Der Bauherr kann den Innenausbau vollständig selbst übernehmen – von der Wahl der Heizkörper bis zu den gewünschten Lichtschaltern. Obwohl ein Ausbauhaus ein handelsübliches Fertighaus ist, rückt so der individuelle Geschmack des Bauherren in den Vordergrund. Darüber hinaus kann sich der Hauseigentümer beim Innenausbau des Hauses viel Zeit lassen. Durch die vollständige Außenhülle ist der Bau vor Umwelteinflüssen geschützt und kann in Ruhe für den Einzug vorbereitet werden.
Wichtigstes Kaufargument ist der Preis, der bei Ausbauhaus weit unter den normalen Preisen für ein Fertighaus liegt. So kann ein Hauseigentümer, der den Ausbau selbst übernimmt, bis zu 40% des ursprünglichen Preises sparen.
Häufig wird von Eigentümern eines Ausbauhauses auch der ideelle Wert des Hauses höher geschätzt, da selbst am Innenausbau des Hauses gearbeitet wurde und das eigene Haus beim „Wachsen“ beobachtet werden konnte.

Nachteiles eines Ausbauhauses

Der vermutlich größte Nachteil, der bei der Wahl eines Ausbauhauses bedacht werden sollte, ist die fehlende Kontrolle durch ein Bauunternehmen. Wer ein Fertighaus in Auftrag gibt, kann erwarten, dass der Bau termingerecht und in einer hervorragenden Qualität fertiggestellt wird. Bei einem Ausbauhaus fehlt diese Kontrolle ab dem Zeitpunkt der Übergabe des halbfertigen Hauses. Der Bauherr hat hier mit allen Problemen selbstständig zu kämpfen, muss diverse Handwerker koordinieren und haftet bei Baumängeln, die er selbst verursacht, natürlich auch mit dem eigenen Vermögen. Die termingerechte Fertigstellung des Hauses ist so oft nicht mehr möglich bzw. mit enormem Kosten- und Zeitdruck verbunden.
Ganz ohne Handwerker kommt auch die Fertigstellung eines Ausbauhauses nicht aus. So muss ein Bauherr das eingesparte Geld zumindest teilweise wieder in Handwerker investieren, die den Innenausbau bewerkstelligen. Selbst ein handwerklich sehr begabter Bauherr ist gesetzlich dazu verpflichtet, Elektrokästen, Heizkessel etc. von einem Handwerker installieren zu lassen.
Wer das Projekt „Ausbauhaus“ erfolgreich beenden möchte, muss in der Lage sein, sich mit Handwerkern auseinanderzusetzen und Arbeiten zu koordinieren. Auch ein Bewusstsein für den Budgetplan ist Grundvoraussetzung – ansonsten wird das vorerst so günstige Ausbauhaus schnell zu einer finanziellen Katastrophe.

Fazit

Ein Ausbauhaus ist der wohl preiswerteste Weg, sich ein individuelles Zuhause zu schaffen. Starke Nerven muss der Bauherr jedoch auf jeden Fall haben. Der Innenausbau eines Hauses kostet Zeit und die Auswahl geeigneter Handwerker oft Nerven. Wer jedoch selbst handwerklich geschickt ist, kann sich mit einem Ausbauhaus ein echtes Unikat schaffen.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Haus, welches aufgrund der guten Wärmedämmung keine Gebäudeheizung im klassischen Sinn benötigt. Das Passivhausinstitut Darmstadt hat Zertifizierungskriterien für das Passivhaus festgelegt, welche besagen, dass pro Quadartmeter ein maximaler Heizwärmebedarf von rund 15 Kilowattstunden im Jahr vorliegen darf. Zudem ist das Passivhaus durch einen Grenzwert von 120 Kwh/(m2*a) in puncto Primärenergiebedarf gekennzeichnet.

Als Passivhäuser werden die Häuser bezeichnet, weil sie den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs aus den „passiven“ Quellen ziehen. Als passive Quellen gelten dabei die Sonnenstrahlung sowie die Abwärme der Personen und von technischen Gegenständen. Das Ergebnis dieses Konzeptes ist eine angenehm positive Raumwahrnehmung, die mit einem enorm niedrigen Energieverbrauch gekoppelt ist. Das Passivhaus an sich beschränkt sich jedoch auf keinen bestimmten Gebäudetyp, sondern legt lediglich besondere Anforderungen in Bezug auf Ökologie, Technik und Architektur fest. Somit ist es auch möglich, ein älteres Gebäude durch Sanierung und Umbau zu einem Passivhaus zu machen.

Vorteile eines Passivhauses

Die Vorteile eines Passivhauses sind sehr vielfältig. An erster Stelle stehen jedoch die bis zu 90% niedrigeren Heizkosten im Vergleich zu einem unsanierten Altbauten. Zudem wird mithilfe eines Passivhauses aktiver Umweltschutz betrieben, denn der CO2-Ausstoß pro Jahr beträgt rund 4.000kg weniger als bei einem normalen Gebäude. Nicht zu verachten ist dabei ebenfalls die Unabhängigkeit in Bezug auf Preissteigerungen der Energieversorger. Für Mieter sind somit wohl die geringen Nebenkosten von besonderer Bedeutung. Für Vermieter sind allerdings noch andere Dinge wichtig. So besteht bei guter Dämmung des Hauses ein weitaus niedrigeres Schimmelrisiko. Des Weiteren weisen die Bauteile eine höhere Haltbarkeit auf, da diese vor Luft und Feuchtigkeit geschützt sind. Die Kosten für den Bauherrn sind aufgrund der fehlenden Heizungsanlage niedriger und es ist weder ein Schornstein noch ein Brennstofflager notwendig. Das Passivhaus schont jedoch nicht nur den Geldbeutel, sondern ebenso die Gesundheit. Der Grund hierfür liegt im gesunden Raumklima dank eines vorhandenen Frischluft-Filters. Gesundheitsfördernd ist es im Übrigen auch, dass keine Zugluft existiert und die Wände nicht kalt sind.

Nachteile des Passivhauses

Das Passivhaus hat aber auch ein paar Nachteile zu verzeichnen. Hierbei stehen die eventuell höheren Investitionskosten an erster Stelle. Aber diese Tatsache umfasst leider noch nicht alle Nachteile. Es existieren eine Reihe weiterer Nachteile, die bei dem Bau eines Passivhauses beachtet werden sollten. An dieser Stelle muss die aufwendige Steuerung der Warmluftströme genannt werden. Zudem ist im Winter eine relativ niedrige Luftfeuchte vorhanden und ein Stromausfall führt zum Stillstand der kompletten Lüftungsanlage. Interessant ist weiterhin, dass Besuch zu schnellem Aufheizen der Räume führen kann. Dies kann sich besonders im Sommer nachteilig auswirken. Ein weiterer großer Nachteil ist es, dass die Motivation der Hausbewohner entscheidend für den Erfolg des Systems ist.

Fazit

Insgesamt sind bei einem Passivhaus die detaillierte Planung des Hauses und die umfangreiche Auseinandersetzung mit dem System von sehr großer Bedeutung. Werden beide Punkte sorgfältig durchgeführt, so kann das Passivhaus für viele, aber nicht für alle Bauherrn, eine super Alternative zum klassischen Haus sein. Interessant ist das Passivhaus vor allem für alle, die ein Mehrfamilienhaus planen oder umbauen möchten, denn in diesem Fall kann der Restenergiebedarf von allen Einheiten gedeckt werden. Im Fall eines Einfamilienhauses gilt es abzuwägen und es entscheidet wohl eher die eigene Einstellung.

Niedrigenergiehaus

Ein Niedrigenergiehaus ist ein Gebäude, das beim Bau darauf ausgelegt wurde, unter den gesetzlich geforderten energietechnischen Anforderungen zu bleiben. Geregelt sind diese Anforderungen in Deutschland durch die Energiesparverordnung von 2009. Somit wird ein Niedrigenergiehaus keineswegs nach einer speziellen Bauweise errichtet, sondern beschreibt lediglich einen Energiestandard.

Ein Niedrigenergiehaus ist in den meisten Fällen ein Neubau. Aber auch sanierte Altbauten können zu Niedrigenergiehäusern werden.
Ausschlaggebend für den Energiespareffekt in einem Niedrigenergiehaus ist vor allem eine hervorragende Wärmedämmung der Außenwände, die verhindert, dass Wärmeenergie ungenutzt entweichen kann. Unterstützt wird der Wärmehaushalt im Gebäude durch ein spezielles Lüftungssystem und gut isolierte Fenster.

Die Vorteile des Niedrigenergiehauses

Das hauptsächliche Ziel eines Niedrigenergiehauses ist zugleich auch der größte Vorteil: Im Gegensatz zu herkömmlich errichteten Häusern, spart ein Niedrigenergiehaus große Mengen an Energie und schützt so Umwelt und Geldbeutel. So entlastet ein Niedrigenergiehaus beispielsweise jedes Jahr die Atmosphäre um etwa eine Tonne Kohlenstoffdioxid. Eigentümer eines Niedrigenergiehauses sind zudem unabhängiger von den teilweisen großen Schwankungen von Kosten für Heizöl oder -gas.
Ein Niedrigenergiehaus ist jedoch nicht nur umweltschonend, sondern sorgt auch für ein angenehmes Raumklima. Durch die gute Wärmedämmung und ein ausgeklügeltes Lüftungssystem ist die Temperatur in einem Niedrigenergiehaus gleichbleibend angenehm. Im Sommer erhitzt sich das Haus nicht übermäßig, im Winter wird eine Abkühlung der Räume verhindert. Das Lüftungssystem sorgt für eine konstante Zufuhr von Frischluft, ohne die Gesundheit der Bewohner durch permanentes Stoßlüften zu gefährden.
Die Errichtung eines Niedrigenergiehauses ist darüber hinaus eine Investition in die Zukunft. Nach und nach werden Hausbesitzer mit immer neuen Auflagen belangt – wer von Anfang an auf umweltbewusstes Bauen setzt, spart sich spätere Sanierungsarbeiten, die oftmals sehr teuer sind.

Das Niedrigenergiehaus – teurer Umweltschutz?

Für zukünftige Bauherren oftmals abschreckend sind die relativ hohen Baukosten, die in ein Niedrigenergiehaus investiert werden müssen. Diese liegen teilweise bis zu 8 % über den durchschnittlichen Kosten für den Bau eines neuen Hauses. Auf den ersten Blick scheint ein Niedrigenergiehaus zumindest für Bauherren, die preisbewusst bauen wollen, keine geeignete Alternative zu sein. Doch der erste Eindruck täuscht! Die zusätzlichen Kosten, die für den Bau eines Niedrigenergiehauses aufgebracht werden müssen, rechnen sich schon nach kurzer Zeit, da die benötigten Energiekosten wesentlich geringer sind als in herkömmlichen Wohnhäusern.
Darüber hinaus ist es in den meisten Fällen möglich, für den Bau von Niedrigenergiehäusern spezielle staatliche Förderungen zu beantragen, die die zusätzlichen Baukosten abfangen.

Fazit

Wer vorausschauend bauen möchte, wird idealerweise in ein Niedrigenergiehaus investieren. Häuser, die heute den Standards für ein Niedrigenergiehaus entsprechen, werden noch viele Jahre ohne kostspielige Sanierungen auskommen. Die hohen Baukosten amortisieren sich bereits nach kurzer Zeit und machen das Niedrigenergiehaus zu einer günstigen und umweltschonenden Alternative zu herkömmlichen Bauweisen.

Massivhaus

Das Massivhaus ist immer noch der Klassiker unter den verschiedenen Häusertypen. Seine Wände und die Außenhülle bestehen aus Ziegeln, Kalksandstein oder Porenbeton, wobei die einzelnen Steine Stück für Stück vermauert werden. Generell werden sie aus Materialien hergestellt, die in der Natur vorkommen, beispielsweise Ton oder Kalk.

Die Vorteile des Massivhauses

Jedes Haus ist ein Einzelstück, das in Zusammenarbeit von Bauherrn und Architekten individuell geplant werden kann. Die Größe und Anordnung der Räume werden den Ansprüchen der künftigen Bewohner angepasst und auch Details wie die Farben der Ziegel und des Daches können ausgesucht werden. Somit eignen sich Massivhäuser optimal für Menschen mit individuellen Anforderungen.
Die massive Bauweise bietet eine gute Schallisolierung: Geräusche aller Art, auch Schritte, dringen kaum in andere Räume. Diese Eigenschaft wird gerade von Familien mit Kindern sehr geschätzt.
Ebenfalls für Familien von Vorteil ist der Brandschutz: Die verwendeten Materialien brennen kaum oder gar nicht und ein Massivhaus brennt längst nicht so schnell wie etwa ein Holzhaus. Die Bewohner gewinnen Zeit sich in Sicherheit zu bringen.
Das Raumklima im Massivhaus wird durch die natürlichen Ausgangsmaterialien positiv beeinflusst: Allergiker profitieren davon, dass keine reizenden Stoffe aus den Wänden an die Raumluft abgegeben werden. Außerdem erlauben die Wände den Austausch und Abzug von Feuchtigkeit, die sich im Laufe eines Tages in der Luft sammelt – nichts staut sich an.
Im Gegenzug wirken die schweren Materialien in hohem Maße windschützend und wärmedämmend. Die Kälte bleibt draußen, während die Heizungswärme effektiv drinnen gehalten wird. Massivhäuser schneiden bei Tests mit Wärmebildkameras generell sehr gut ab.
Im Alltag bieten die festen Wände den Vorteil, dass sich überall Schränke und andere Einbauteile anbringen lassen: Es kann frei nach Bedarf gedübelt werden.
Nicht zuletzt besitzen Massivhäuser eine äußerst lange Lebensdauer, was sie zu einer beständigen Wertanlage und somit interessant für Menschen macht, denen eine solide Altersvorsorge wichtig ist.

Nachteile der Massivbauweise

In vielen Fällen liegen die Baukosten für ein Massivhaus deutlich höher als beispielsweise bei einem Fertighaus. Die lange Lebensdauer gleicht dies zwar langfristig aus, aber die Bausumme muss zunächst aufgebracht werden. Auch entstehen während der Bauphase in einigen Fällen unvorhergesehene Kosten, wenn etwa das Wetter über längere Zeit sehr schlecht ist oder Materialfehler auftauchen. Beim Bau eines Massivhauses muss man jederzeit mit Überraschungen rechnen.
Dasselbe gilt für die Bauzeit überhaupt – sie dauert relativ lange und der Bauherr muss ständig vor Ort sein, um die Fortschritte zu überwachen. Wenn dies über Monate hinweg der Fall ist, entsteht hier häufig Stress, zumal der künftige Besitzer zumeist parallel seinem Beruf nachgehen muss.
Und ist das Haus fertig gestellt, muss es vor dem Einzug getrocknet werden, damit das beim Bau eingesetzte Wasser aus den Wänden verdunstet – ein weiterer Zeitfaktor.

Fazit

Die Entscheidung für oder gegen ein Massivhaus ist eine sehr individuelle Angelegenheit und ein eindeutiger Rat kann nicht gegeben werden. Anhand der eben genannten Argumente muss jeder Bauherr selbst entscheiden: Welche Kriterien sind ihm am wichtigsten – spielt zum Beispiel Zeit für ihn die Hauptrolle oder ein individueller Grundriss? Aufgrund seiner Ansprüche muss die Entscheidung fallen.

Holzhaus

Wie der Name schon verrät: Ein Holzhaus ist jedes Gebäude, das vollständig oder überwiegend aus Holz hergestellt wurde. Ein Holzhaus kann in diversen Bauformen realisiert werden, wie z.B. als Blockhaus, in Holzständer- oder Holztafelbauweise oder als Umgebindehaus. Diese Bauformen unterscheiden sich teilweise erheblich in Aussehen und Holzanteil in den Außenwänden. So besteht ein Blockhaus vollständig aus Holz, während ein Umgebindehaus oft nur einen Holzrahmen besitzt. Ein Großteil aller Holzhäuser sind Einfamilienhäuser. Mittlerweile werden jedoch auch große Wohnblöcke aus Holz errichtet.

Vor- und Nachteile eines Holzhauses

Holzhäuser werden immer beliebter – zu Recht! Wer den Bau eines Holzhauses in Auftrag gibt, hat im Gegensatz zu einem Steingebäude mit einer wesentlich geringeren Bauzeit zu rechnen. Nach dem Bau ist ein Holzhaus sofort bezugsfertig und muss nicht – wie jedes Steingebäude – erst lange austrocknen.
Ein Holzhaus ist auch für schwierige Erdverhältnisse geeignet, da es durch das leichte Baumaterial und relativ dünne Wände ein sehr geringes Eigengewicht aufweist. Die Ansprüche an Fundament und die Festigkeit des Bodens sind daher verhältnismäßig gering.
Weitere positive Aspekte eines Holzhauses betreffen den Umweltschutz. Das Heizen eines Holzhauses verbraucht wenig Energie. Obwohl die Außenwände sehr viel dünner sind als bei einem Massivhaus, sorgen die selbstregulierenden Isoliereigenschaften des Holzes dafür, dass im Winter keine Wärmeenergie entweichen kann. Im Sommer dagegen bleibt das Haus angenehm kühl. Besonders für Allergiker ist ein Holzhaus geeignet, da es Hausstaub auf ein Minimum reduziert und zudem das Holzaroma beruhigend auf die Atemwege wirkt.

Der große Nachteil eines Holzhauses ist das naturbelassene Ausgangsmaterial. Holz arbeitet das ganze Jahr über und stellt als Baustoff hohe Anforderungen an alle Beteiligten. So müssen beim Verlegen aller Rohre und Leitungen eventuelle Bewegungen des Holzes berechnet werden. Den späteren Eigentümer des Hauses sollte außerdem ein gelegentliches Knarren des Hauses nicht stören. Dies ist bei einem Naturbaustoff unvermeidbar.
Umwelteinflüsse belasten ein Holzhaus wesentlich stärker als beispielsweise ein Steinhaus. Beim Bau muss genauestens darauf geachtet werden, dass es an keiner Stelle des Hauses zu stehendem Wasser kommt. Dies geschieht durch Ablaufleitungen im Fundament und Dachüberhänge, die Niederschlag vom Haus entfernt ablaufen lassen. Ist in den Außenwänden des Hauses ein Schaden durch Wasser entstanden, lässt sich dieser nur schwer lokal beheben. Oft ist das eine großflächige Sanierung nötig. Auch Schädlinge können ein Problem für Holzhäuser darstellen. Die Wände eines Holzhauses müssen regelmäßig lackiert und behandelt werden, um einen Schädlingsbefall zu verhindern. Die regelmäßige Behandlung des Holzes sorgt außerdem dafür, dass Witterungseinflüsse, wie Niederschläge, das Haus nicht beschädigen können.

Fazit

In einem Holzhaus zu leben, verspricht ein angenehmes Raumklima und gesundheitliche Vorteile. Die Holzbauweise ist die traditionellste Art ein Haus zu bauen und häufig ist ein Holzhaus einfach interessanter als ein Standardhaus, das tausendfach in jeder Wohnsiedlung steht. Besonderes Augenmerk sollte beim Bau eines Holzhauses jedoch auf eine korrekte Ausführung geachtet werden. Eventuelle Fehler, die beispielsweise zu stehendem Wasser im Fundament führen, können das Holz zerstören. Wer bei einem Holzhaus also nicht auf erstklassige Qualität setzt, wird immer wieder mit Problemen zu kämpfen haben. Ein qualitativ einwandfreies Holzhaus bietet jedoch lebenslang ein individuelles Zuhause.

Fertighaus

Ein Fertighaus, das in Holzständerbauweise errichtet wurde, verzichtet weitestgehend auf Stahlkonstruktionen zum Stützen der Außenwände des Hauses. Vielmehr besteht das tragende Gerüst des Hauses vollständig aus Holz. Auch traditionelle Fachwerkhäuser werden in dieser Holzständerbauweise errichtet. Die Außenwände werden in Form von industriell vorgefertigten Holzgerüsten vollständig geliefert und auf dem Grundstück zusammengesteckt. Die Zwischenräume der Holzständer werden mit Verplattungen gefüllt und mit verschiedenen Dämmstoffen ausgestattet. Häuser in Holzständerbauweise bestehen demnach aus zweischaligen Wänden, die zwischen den beiden Schalen die nötige Dämmung aufweisen.

Vorteile und Nachteile eines Fertighauses in Holzständerbauweise

Ein Fertighaus, das in Holzständerbauweise errichtet wird, ist schon nach relativ kurzer Zeit bezugsfertig. Im Gegensatz zu Massivhäusern, bei denen überwiegend feuchte Materialien benutzt werden, muss beim Bau eines Hauses in Holzständerbauweise keine Trockenzeit eingerechnet werden. Dies verkürzt die benötigte Bauzeit enorm.
Darüber hinaus ist Holz als Baumaterial günstiger in der Anschaffung und Verarbeitung als vergleichbare Baumaterialien. Die Verarbeitung des Holzes erfolgt hauptsächlich durch Tischlereifirmen. Eine Vielzahl der Fachhandwerker, die für den Bau eines Standardhauses nötig sind, wird beim Bau eines Hauses in Holzständerbauweise überflüssig.
Ein Fertighaus, das auf einem Holzständergerüst beruht, ist für Allergiker besser geeignet als andere Häuser. Das verwendete Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima und bindet Hausstaub, was für Allergiker eine große Entlastung darstellt.
Weiterhin bieten diese Häuser eine hervorragende Dämmung der Außenwände. Dies sorgt zum einen dafür, dass die Energiebilanz eines Hauses in Holzständerbauweise äußerst positiv ausfällt. Wärmeenergie kann nicht entweichen, die Isoliereigenschaften des Holzes sorgen für eine gleichbleibende Temperatur. Zum anderen ist durch gut gedämmte Außenwände aber auch ein Schallschutz garantiert.

Die Nachteile eines Hauses in Holzständerbauweise liegen in der Empfindlichkeit des Holzes als Ausgangsmaterial. Wird der Bau nicht exakt und maßgenau ausgeführt, ist das Holzgerüst nicht ausreichend gegen Umwelteinflüsse geschützt. Es kann zu Schäden durch Feuchtigkeit kommen.
Die überwiegende Verwendung von Holz ist darüber hinaus ein möglicher Grund für Schädlings- oder Pilzbefall. Ein Haus mit großen Holzanteilen muss regelmäßig gewartet werden und bedarf ständiger Beobachtung bzw. Pflege, um Schäden am Holz zu verhindern. Sind bereits Schäden entstanden, ist eine Ausbesserung oft nur großflächig möglich und mit hohen Kosten verbunden. Somit kann ein Haus in Holzständerbauweise, das nicht fachgerecht gebaut wurde, unter Umständen für hohe Kosten sorgen, die das ursprünglich günstige Gebäude zu einer Kostenfalle machen.

Fazit

Ein Fertighaus, das in Holzständerbauweise errichtet wurde, ist eine günstige Alternative zu Massivhäusern. Die verhältnismäßig kurze Bauzeit ist ideal für Bauherren, die ein schnell bezugsfertiges Haus errichten wollen. Wird das Fertighaus nicht fachgerecht erbaut, drohen jedoch sehr hohe Folgekosten.

Bausatzhaus

Als Bausatzhaus werden Immobilien bezeichnet, deren Errichtung vollständig vom jeweiligen Bauherren übernommen wird. Hierbei werden durch Vertriebsfirmen Bausätze der verschiedenen Teile des Hauses an das Grundstück geliefert – die Montage der einzelnen Teile unterliegt vollständigt dem Bauherren.

Vorteile eines Bausatzhauses

Der größte Vorteil eines Bausatzhauses liegt auf der Hand. Mit der richtigen Planung kann hier gegenüber einem Fertighaus viel Geld gespart werden. Dies setzt jedoch eine genaue Planung und die Wahl der richtigen Handwerker voraus. Zwar kann ein Bauherr viele Arbeiten am Bausatzhaus selbst erledigen – ganz ohne Handwerker darf und kann aber nicht gearbeitet werden.
Ein Bausatzhaus wird nicht in einem vollständigen Bausatz geliefert. Vielmehr kann der Bauherr für jeden Bereich des Hauses einen anderen Bausatz bestellen und an das Haus fügen. Dies ermöglicht eine gewisse Individualität beim Hausbau. Natürlich sollte dennoch darauf geachtet werden, dass das Haus am Ende ein einheitliches Bild ergibt.

Nachteile eines Bausatzhauses

Die Eigenständigkeit des Bauherren kann jedoch auch zum größten Nachteil eines Bausatzhauses werden. Wie bei jedem Haus muss auch bei einem Bausatzhaus vor Einzug eine Abnahme erfolgen. Wurde beim Bau gepfuscht, muss nachgebessert werden oder die Abnahme wird sogar vollständig abgelehnt. Dies kann zu enormen Kosten für den Bauherren führen.
Wer ein Bausatzhaus vollenden möchte, benötigt in jedem Fall ein großes Organisationstalent. Immerhin erfordert der Bau eines Bausatzhauses die Zusammenarbeit mit zahlreichen verschiedenen Handwerkern. Einen Bauleiter, der alles koordiniert und jeglichem Ärger vom Bauherren fernhält, gibt es in diesem Fall nicht.
Weiterer Nachteil eines Bausatzhauses ist der verhältnismäßig große Zeitaufwand. Bei einem Bausatzhaus erfolgt die Lieferung der einzelnen Bausätze häufig erst, wenn der jeweils vorherige Bausatz fertiggestellt wurde. Dies hat den einfachen Grund, dass auf einer Baustelle häufig nicht genug Platz ist, um mehrere der relativ großen Bausätze auf dem Grundstück unterzubringen. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist hier die termingerechte Lieferung jedes einzelnen Bausatzes Voraussetzung. Dies ist jedoch häufig nicht der Fall. Verschiebt sich die Lieferung eines einzigen Bausatzes auch nur um wenige Tage, müssen auch die Lieferungen für weitere Bausätze verschoben und neu koordiniert werden. Der ursprünglich gewünschte Fertigstellungstermin kann so nur in den wenigsten Fällen eingehalten werden.

Fazit

Wer handwerkliches Geschick oder sogar eine entsprechende Ausbildung mitbringt, kann mit einem Bausatzhaus viel Geld beim Hausbau sparen. Jedoch sollte von Anfang an klar sein, dass ein Bausatzhaus im Vergleich zu Fertighäusern bis zur Fertigstellung sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ein Bausatzhaus eignet sich hervorragend für Bauherren, die gute Kontakte zu zuverlässigen und professionellen Handwerkern unterhalten. So kann auch der komplizierte Aufbau eines Bausatzhauses in relativ kurzer Zeit reibungslos ablaufen.

Architektenhaus

Als Architektenhaus bezeichnet man alle Häuser, die komplett in Zusammenarbeit mit und unter der Planung eines Architekten entstanden sind. Mit dem Begriff „Architektenhaus“ wird keine spezielle Bauweise beschrieben. Vielmehr kann das gewünschte Haus in jeder Bauform vollendet werden.

Die Vorteile eines Architektenhauses

Ein Architektenhaus ist wohl die individuellste Form des Bauens. Der Fantasie sind hierbei eigentlich keine Grenzen gesetzt. Gute Architekten können beinahe jeden Wunsch des Auftraggebers in die Tat umsetzen – Voraussetzung ist natürlich, dass das erworbene Grundstück dafür geeignet ist und die Pläne in die Budgetvorstellungen des Hauseigentümers passen.
Die Vorteile eines Architektenhauses liegen darum auf der Hand. Im Gegensatz zu Standard- oder Fertighäusern können bei einem Architektenhaus beinahe alle Baumaterialien verwendet werden. Auch ausgefallene Sonderwünschen kommen in Frage, sofern eine Baugenehmigung dafür erteilt wurde. Keine andere Bauform bietet die Möglichkeit, von dem Material für die Außenwände über die grundsätzliche Form des Hauses bis hin zur individuellen Inneneinrichtung so viel mitzubestimmen und zu gestalten.
Der Architekt kann bei der Planung des Hauses die Lebensgewohnheiten der zukünftigen Bewohner einbeziehen und so für ein optimales Wohnklima im fertigen Gebäude sorgen.
Auch bei der Bauweise sind einem Architektenhaus keine Grenzen gesetzt. So kann jedes Architektenhaus als Niedrigenergie- oder sogar Passivhaus gebaut werden, was Energieeinsparungen mit sich bringt und die hohen Baukosten zumindest teilweise wieder amortisiert.
Die professionelle Begleitung des Bauvorganges von der Planung bis zur Fertigstellung durch einen studierten Architekten bietet darüber hinaus eine gewisse Sicherheit, die der Bau eines Standardhauses nicht mit sich bringt. Wer ein Architektenhaus in Auftrag gibt, ist vergleichsweise gut gegen Baupannen versichert. Diese hat in den meisten Fällen der Architekt zu verantworten und zu beheben.

Teure Unikate

Pauschal Nachteile eines Architektenhauses aufzuzählen, ist nicht möglich, da die Bezeichnung „Architektenhaus“ zahlreiche Bauweisen mit verschiedensten Vor- und natürlich auch Nachteilen umfasst. Eines haben jedoch alle Architektenhäuser gemeinsam: Die Kosten liegen oft sehr viel höher als für vergleichbare Standardhäuser. Diese Preisdifferenzen können sehr unterschiedlich ausfallen und resultieren zum einen aus der Ausbildung des Architekten, die natürlich ihren Preis hat, und zum anderen aus den individuellen Sonderwünschen des Auftraggebers.

Fazit

Kein anderes Haus bietet so viel Individualität wie ein Architektenhaus, das speziell nach den Wünschen und Vorstellungen des Hauseigentümers geplant und umgesetzt wurde. Diese Individualität hat natürlich ihren Preis. Wer jedoch in einem echten Unikat leben möchte und bereit bzw. in der Lage ist, entsprechend mehr Geld für den Bau des eigenen Hauses aufzubringen, ist mit einem Architektenhaus gut beraten.