Annuitätendarlehen

Das Annuitätendarlehen wird oft als Herzstück einer Baufinanzierung gesehen. Hierbei handelt es sich um ein Darlehen mit einer festen monatlichen Rate. Die Rate besteht aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil.

Bei dem Annuitätendarlehen wird oft eine Zinsbindung von bis zu 10 Jahren vereinbart, danach erfolgt ein Prolongationangebot der Bank, das Darlehen mit einem neuen Zinssatz fortzuführen. Der neue Zinssatz richtet sich dann an dem aktuellen Zinsniveau und kann höher oder niedriger als beim Abschluss des Annuitätendarlehens liegen.

Die Länge der Zinsbindung hat unmittelbaren Einfluss auch den angebotenen Zinssatz. Wer das Prolongationsangebot der Bank ablehnt, kann bei einem anderen Institut ein neues Darlehen abschließen und damit die Restschuld bei der ersten Bank begleichen, hierbei wird die Restschuld an die neue Bank übertragen, wobei meist Übertragungskosten anfallen.

Annuitätendarlehen berechnen

Wir geben Ihnen nun ein Beispiel, wie man ein Annuitätendarlehen berechnet. Angenommen Sie möchten eine Immobilienkaufen oder bauen, ein Teil der Summe besteht aus einem Annuitätendarlehen eines Kreditinstituts.

Die von Ihnen benötigte Summe beträgt 100.000€. Die Bank schlägt Ihnen nun einen Zinssatz von 4% vor, hinzu kommt noch der Tilgungsanteil, der mindestens 1% betragen sollte. In diesem Beispiel fällt eine Annuität von 5000€ an. Monatlich entsteht somit eine Rate von 416,67€ (Annuität wird jährlich berechnet und in monatliche Raten bezahlt). Mit jeder Rate die Sie zahlen, verringert sich die Restschuld, denn Sie zahlen Zinsen (sozusagen Gebühren für das Annuitätendarlehen) gleichzeitig tilgen Sie aber auch den Kredit (Sie zahlen die geliehene Summe an die Bank zurück). Da Sie eine feste monatliche Rate mit der Bank vereinbart haben, verschiebt sich mit der Zeit der Anteil von Zinsen und Tilgung. Mit fortlaufender Zeit zahlen Sie mit der monatlichen Rate einen höheren Anteil ab, denn die Zinsen werden immer auf die Restschuld des Annuitätendarlehens berechnet.

Annuitätendarlehen mit Zinsbindung

Die Annuitätendarlehen haben meist eine Zinsbindung, das bedeutet, die von Ihnen vereinbarten Konditionen gelten nur für eine bestimmte Periode, meist sind es 10 Jahre, danach werden die Zinsen neu verhandelt. Man hat nach der Zinsbindung die Möglichkeit zu einer anderen Bank mit günstigeren Konditionen zu wechseln.

Hierbei liegt aber eine Gefahr der Baufinanzierung. In der Zeit der Zinsbindung können der Leitzins und damit die Bauzinsen steigen. Schließt man ein Annuitätendarlehen mit 3% ab, können die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung bei 7% liegen. Entsprechend hoch fallen die Angebote der Hausbank und der anderen Banken aus. Man zahlt dann trotz geringer Restschuld eine höhere monatliche Rate, denn der Zinsanteil steigt, die Tilgung bleibt stabil.

Es gibt nicht wenige Bauherren die sich dann die monatlichen Raten nicht mehr leisten können und in eine Negativspirale geraten, an deren Ende die Zwangsversteigerung der Immobilie steht. Daher sollte man sich rechtzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern und günstige Zinsen sichern. Die Anschlussfinanzierung wird bestenfalls bereits in der Baufinanzierung Planung vorbereitet und mit einberechnet.

Annuitätendarlehen vergleichen

Ein Vergleich von Annuitätendarlehen lohnt sich immer. Achten Sie dabei nicht nur auf die Zinssätze, sondern auch auf die Zinsbindung und den Tilgungsanteil. Weiterhin wichtig sind mögliche Übertragungskosten, Bereitstellungszins und ob es Sondertilgungsmöglichkeiten gibt.

Lassen Sie sich auf jeden Fall vor Abschluss des Annuitätendarlehens einen Tilgungsplan von der Bank erstellen. Dieser sollte folgende Dinge pro Monat über die Laufzeit der Zinsbindung aufzeigen.

  • Monat/Jahr
  • Rate in Euro
  • Zinsanteil der Rate in Euro
  • Tilgungsanteil der Rate in Euro
  • Verbleibende Restschuld in Euro
  • Annuitätendarlehen kombinieren

Ein Hauskauf oder Hausbau nur mit einem Annuitätendarlehen ist oft sehr teuer, es handelt sich dann um eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Besser ist, man kombiniert das Annuitätendarlehen und verringert somit die Darlehenssumme, entsprechend auch die Laufzeit und Zinskosten.

Bei einer soliden Baufinanzierung fließt mindestens 20% Eigenkapital mit ein, zudem können andere Finanzprodukte wie der Bausparvertrag oder Förderungen das benötigte Darlehen senken. Bereits in der Planung sollte die Anschlussfinanzierung und Rücklagen für Modernisierung, Schäden oder andere Kosten berücksichtigt werden.

Gerne sind wir Ihnen bei der Planung Ihrer Baufinanzierung und der Wahl eines geeigneten Annuitätendarlehen behilflich, rufen Sie uns unverbindlich an.

Autor: Michael Stolterfoht

Michael Stolterfoht ist seit 1988 Vermögensberater bei der DVAG. In der Zeit hat er viele Finanzierungen für den Hausbau und Hauskauf begleitet. Profitieren Sie von seiner Erfahrung und der nachhaltigen Baufinanzierungsplanung, damit Ihr Traum nicht nur erfüllt wird, sondern auch lange gelebt werden kann. Rufen Sie jetzt an und lassen sich kostenlos beraten: 033056 71777

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